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Russisches Unglücksschiff völlig überladen

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Russisches Unglücksschiff völlig überladen

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Mit bis zu 128 Toten rechnen die russischen Behörden nach dem Schiffsunglück am Sonntag auf der Wolga. Mehr als sechzig Leichen wurden an diesem Montag geborgen.

Das Ausflugsschiff Bulgaria, das am Sonntagnachmittag in einem Unwetter in wenigen Minuten sank, war nach Angaben des russischen Katastrophenschutzministers mit mehr als 200 Menschen völlig überladen – es hätte nicht mehr als 120 Personen an Bord haben dürfen. Außerdem soll die Bulgaria technisch marode und zudem ohne Lizenz zum Personentransport unterwegs gewesen sein. Eine ganze Reihe von Verstößen gegen die Sicherheitsvorschriften wurde bekannt.

Man untersuche alle möglichen Versionen des Unfalls, erklärte ein Sprecher der Ermittlungsbehörden. Bereits bekannt sei, dass das Schiff schon beim Ablegen Schieflage zur rechten Seite gehabt habe. Es sei sehr wahrscheinlich, dass dieser technische Defekt den Unfall mitverursacht habe.

Die Bulgaria war auf dem Rückweg einer der bei Russen und Ausländern beliebten Wolgakreuzfahrten, sie sank in der russischen Teilrepublik Tatarstan. Das über fünfzig Jahre alte Schiff fuhr der Staatsanwaltschaft zufolge auch mit einem Motorschaden los.

Viele der Toten wurden unter Deck in Kabinen und im Restaurant gefunden, darunter auch mindestens dreißig Kinder, die sich in einem Raum zum Spielen versammelt hatten. Bis zu sechzig Kinder sollen an Bord gewesen sein. Etliche Ausflügler waren nicht auf der Passagierliste vermerkt.

Achtzig Passagiere wurden vom nachfolgenden Kreuzfahrtschiff Arabella gerettet, nachdem zwei Frachtschiffe an ihnen vorbeigefahren waren. Für die Vermissten bestand am Montag nur noch wenig Hoffnung.