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Überlebende des Wolga-Unglücks mussten mitansehen, wie andere starben

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Überlebende des Wolga-Unglücks mussten mitansehen, wie andere starben

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Nach dem Schiffsunglück auf der Wolga warten viele Familien direkt am Kai auf Nachricht – doch mit jeder Minute schwindet die Hoffnung, dass ihre Angehörigen noch lebend gefunden werden. Nur wenige Tote waren gleich geborgen worden, die meisten Opfer galten zunächst als vermisst. Einige Menschen an Bord der Bulgaria waren nach Angaben des tatarischen Präsidenten auch nicht auf der Passagierliste vermerkt.

“Mein Freund ist vom Schiff Arabella gerettet worden”, erzählt einer der Wartenden. “Er hat überlebt, sein Cousin auch. Aber er konnte seine Schwägerin nicht retten. Er begreift noch nicht so richtig, was passiert ist, er steht unter Schock. Er kann noch nicht richtig sinnvoll Zusammenhängendes sagen.”

“Mein Sohn war auf dem Schiff, er hat gerade am 25. Juni geheiratet. Zum Glück hat er überlebt, er hat mit mir telefoniert. Und er hat mir erzählt, Mama, ich hab versucht, eine Frau zu retten, ich habe nach ihrer Hand gegriffen, aber ich konnte sie nicht mehr fassen.”

Andere Überlebende berichteten, dass es kaum Rettungswesten gab. Laut Ermittlern sank die Bulgaria auch deshalb so schnell, weil die Fensterluken offen standen.