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Französische Fischer gegen Fischquoten-Reform

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Französische Fischer gegen Fischquoten-Reform

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Nachhaltige Fischerei, das verspricht die Europäische Kommission mit einer Reform, die am Mittwoch den 13. Juli vorgelegt werden soll. Fangquoten sollen von nun an wissenschaftlich festgelegt werden, je nach Gefährdung bestimmter Arten. Ab 2013 zum Beispiel, sollen die Fischer ihren Beifang nicht mehr ins Meer zurückwerfen dürfen.

Am Hafenquai von Boulogne-sur-mer in Nordfrankreich erklärt der Fischer Jean-Michel Fournier, dass er das ohnehin nur tut, um die bestehenden Regeln zu befolgen: “Wir werfen doch nur Fisch zurück, weil wir die Quoten ausgeschöpft haben und alles was darüber hinaus geht nicht verkaufen dürfen.”

In einer Halle dicht beim Hafen kaufen die Großhändler den Fang der Nacht. Hauptsächlich wird hier Wolfsbarsch gehandelt – einer der Fische, deren Fang beschränkt werden soll. Pierre-Georges Dachicourt vom französischen Fischerverband zeigt uns einen unterarmlangen Wolfsbarsch: “Das ist die erlaubte Minimalgröße – und jetzt wollen sie diese Minimalgröße noch erhöhen. Das bedeutet noch mehr unverkaufter Beifang, und zwar ohne wissenschaftlichen Grund, weil dieser Fisch schon abgelaicht und sich fortgepflanzt hat.”

Ein anderer Hauptpunkt der Reform: Fischerbooten von über 12 Metern sollen Quoten zugeteilt werden, die dann aber weiterverkauft werden können. Damit soll die Restrukturierung der europäischen Fischereiflotte restrukturiert werden, mit dem Ziel, Überkapazitäten zu reduzieren. Dachicourt hat auch dafür kaum ein gutes Wort über: “Das wird all’ die Quoten, all das Geld in die Hände des Großkapitals spielen. Ein paar Hundert Leute in Europa werden den Markt in der Hand haben – und die klein-ständigen Fischer das Nachsehen – diejenigen, die bisher die Küstenregionen am Leben erhielten, werden völlig verschwinden.”

Doch nach den Berechnungen aus Brüssel sind drei Viertel der europäischen Arten gefährdet und es muss etwas getan werden. Die Fischer aber sehen durch die Reform ihren Berufsstand immer schneller untergehen.