Eilmeldung

Eilmeldung

Italien im Schulden-Visier

Sie lesen gerade:

Italien im Schulden-Visier

Schriftgrösse Aa Aa

In der Euro-Schuldenkrise gerät zunehmend Italien in den Blickpunkt des Geschehens. Renditen auf italienische Staatsanleihen kletterten auf mehr als sechs Prozent, den höchsten Stand seit 1997.

Viele sehen bereits das Gespenst eines italienischen Rettungsplans am Horizont.

Der Luxemburger Finanzminister Luc Frieden sprach sich inzwischen für mehr Gelassenheit aus, es könnten nicht jeden Morgen Klein-Klein-Lösungen für den Tag erwartet werden.

Inzwischen griff nach tagelangem Schweigen Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi in die Debatte ein. Er beteuerte die wirtschaftliche

Stabilität Italiens und rief zum gemeinsamen Handeln gegen die Schuldenkrise auf.

euronews: Hinter uns liegt ein weiter schwieriger Tag an den Finanzmärkten. Aus Mailand ist uns nun zugeschaltet Marco Caprotti, Senior Analyst bei Morningstar. Die erste Frage: Was ist hinter dieser massiven spekulativen Attacke auf die Märkte der Eurozone?
 
Caprotti: Diese Attacke kommt nicht wirklich als Überraschung, wenn Sie die Bewegungen der internationalen Märkte in den vergangenen Monaten betrachten. Nehmen Sie nur das Wort “PIGS”, die Initialen der Länder mit Schuldenproblemen. 
Tatsächlich sind dort zwei Is enthalten, und eins steht für Italien.
 
 
euronews: Ist das Problem in Italien nicht mehr politisch als wirtschaftlich?
 
Caprotti: Im Ausland wird Italien politisch als schwach angesehen. Und ein politisch schwaches Land ist geradezu eine Gelegenheit für internationale Spekulanten. Dann haben wir die Schwäche der EU, die es nicht geschafft hat, gemeinsame Entscheidungen zu ernsten Problemen zu treffen, wie wir das in den vergangenen Wochen mit Griechenland und Portugal gesehen haben. Kleine Staaten, die aber für die Stabilität der Eurozone wichtig sind.
 
 
euronews: Ist Griechenland der Anfang einer neuen 
oder das Ende der alten Krise?
 
Caprotti: Wir glauben, daß Griechenland der Anfang einer neuen Krise ist. Solange die verschiedenen griechischen Probleme nicht gelöst sind, wird das Land wahrscheinlich von internationalen Spekulanten attackiert. Und die tun auch bloß ihren Job.
 

Die von der Regierung geplanten Sparmaßnahmen würden den italienischen Schuldenberg verringern bis zum Ausgleich des laufenden Haushaltsdefizits im Jahr 2014.

euronews: Hinter uns liegt ein weiter schwieriger Tag an den Finanzmärkten. Aus Mailand ist uns nun zugeschaltet Marco Caprotti, Senior Analyst bei Morningstar. Die erste Frage: Was ist hinter dieser massiven spekulativen Attacke auf die Märkte der Eurozone?

Caprotti: Diese Attacke kommt nicht wirklich als Überraschung, wenn Sie die Bewegungen der internationalen Märkte in den vergangenen Monaten betrachten. Nehmen Sie nur das Wort “PIGS”, die Initialen der Länder mit Schuldenproblemen.

Tatsächlich sind dort zwei Is enthalten, und eins steht für Italien.

euronews: Ist das Problem in Italien nicht mehr politisch als wirtschaftlich?

Caprotti: Im Ausland wird Italien politisch als schwach angesehen. Und ein politisch schwaches Land ist geradezu eine Gelegenheit für internationale Spekulanten. Dann haben wir die Schwäche der EU, die es nicht geschafft hat, gemeinsame Entscheidungen zu ernsten Problemen zu treffen, wie wir das in den vergangenen Wochen mit Griechenland und Portugal gesehen haben. Kleine Staaten, die aber für die Stabilität der Eurozone wichtig sind.

euronews: Ist Griechenland der Anfang einer neuen

oder das Ende der alten Krise?

Caprotti: Wir glauben, daß Griechenland der Anfang einer neuen Krise ist. Solange die verschiedenen griechischen Probleme nicht gelöst sind, wird das Land wahrscheinlich von internationalen Spekulanten attackiert. Und die tun auch bloß ihren Job.