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Mehr als siebzig Leichen aus dem Wrack der Bulgaria geborgen

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Mehr als siebzig Leichen aus dem Wrack der Bulgaria geborgen

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In Russland herrscht nach dem Unglück auf der Wolga an diesem Dienstag Staatstrauer. Taucher bargen aus dem Wrack des gesunkenen Ausflugsschiffs bis zum Vormittag mehr als siebzig Leichen, darunter auch die Leiche des Kapitäns. Für die Vermissten besteht kaum noch Hoffnung, insofern ist mit bis zu 128 Todesopfern zu rechnen.

Die Ermittler sehen technische Mängel und massive Verstöße gegen die Sicherheitsvorschriften als Hauptursachen: So hatte die Bulgaria viel zu viele Menschen an Bord und fuhr mit Motorschaden und in Schieflage los. Eine Lizenz zur Personenbeförderung hatte der Betreiber nicht.

Mehr als hundert Taucher sind bei der Bergung im Einsatz. In einem Raum unter Deck haben sie die Leichen von etwa fünfzig Kindern gesichtet, die dort in der Falle saßen, als das Schiff in wenigen Minuten unterging.

Ein Überlebender berichtet: “Als das Schiff sank, war von der Crew nichts zu sehen. Sie haben versucht, sich selbst in Sicherheit zu bringen. Viele Menschen sind umgekommen – alle unsere Freunde waren an Bord, unsere Kollegen. Wir hoffen immer noch, dass unsere Tochter irgendwie doch überlebt hat – vielleicht gibt es eine Luftblase in Innern des Schiffs – wir glauben daran.”

Nach den Menschen soll auch das Schiff geborgen werden. Dadurch erhoffen sich die Ermittler Aufschluss darüber, wieso es am Sonntag in so kurzer Zeit in der Wolga sinken konnte.