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Schlamperei: Russen wütend über vermeidbare Wolga-Tragödie

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Schlamperei: Russen wütend über vermeidbare Wolga-Tragödie

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Russland trauert um die Toten des Wolga-Unglücks. Und in die Trauer mischt sich Wut, dass einmal mehr Schlamperei und Missachtung von Sicherheitsbestimmungen solch einen Unfall verursachen konnten. Für viele Russen traurige Gewohnheit. Der Präsident ordnete nach dem Unglück die Überprüfung aller Schiffe an – und nach der tödlichen Bruchlandung eines Flugzeugs zur selben Zeit auch die der alten Flugzeuge.  
 
Während im Land Staatstrauer herrschte, warfen Angehörige auf der Wolga Blumen für die Toten ins Wasser. Den jüngsten Zahlen der zuständigen Ermittlungsbehörde zufolge waren 192 Menschen an Bord der Bulgaria, nur 79 konnten gerettet werden. Gegen den Betreiber und einen Transport-Aufsichtsbeamten wird strafrechtlich ermittelt. Auch gegen die Verantwortlichen der beiden Frachtschiffe, die an den Havarierten vorbeifuhren ohne anzuhalten, sollen in Kürze Ermittlungen aufgenommen werden.
 
“Das ist doch nicht ohne Grund geschehen! Warum durfte so ein alter Kahn überhaupt noch auslaufen? Es ist so traurig… Mir fehlen die Worte”, klagt eine Russin fassungslos.
 
Ein Landsmann hält mit seinen Vorwürfen nicht hinterm Berg: “Das ist Nachlässigkeit der Manager in der Transportbranche und der Verantwortlichen der Betreibergesellschaft. In unserem Land herrscht doch in so gut wie allen Bereichen Durcheinander.“ 
 
Dass ein marodes Schiff mit Motorschaden und Schlagseite, ohne gültige Lizenz und völlig überladen trotz Unwetterwarnung in See stach, sei nicht nur ein Fehler des Betreibers, kommentieren russische Medien: Ohne Protektion von oben und korrupte Strukturen wäre dies nicht möglich gewesen.