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100 Leichen aus der gesunkenen "Bulgaria" geborgen

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100 Leichen aus der gesunkenen "Bulgaria" geborgen

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Drei Tage nach dem Schiffsunglück auf der Wolga in Russland sind 100 Leichen aus dem Wrack geborgen worden. Nur 79 der schätzungsweise mehr als 200 Personen an Bord des Ausflugsschiffes “Bulgaria” konnten am vergangenen Sonntag gerettet werden. Die Bergung weiterer Opfer, die in dem Wrack eingeschlossen sind, ist schwierig, erläutert ein Vertreter der Rettungskräfte: “Auf dem Grund des Flusses in 20 Meter Tiefe ist es dunkel, zudem liegt das Schiff auf der Seite. Es ist schwierig, die einzelnen Räume zu durchsuchen.” Die “Bulgaria” soll in den nächsten Tagen gehoben werden.

Die Betreiber des Ausflugsschiffes wurden festgenommen. Offiziellen Angaben zufolge befand sich die 1955 gebaute “Bulgaria” in schlechtem technischen Zustand. Die Betriebserlaubnis soll bereits 1980 abgelaufen sein, zudem waren statt der mehr als 200 nur 140 Passagiere zugelassen. “Er hätte sich retten können”, sagt die frühere Frau des Kapitäns, “wie es andere ebenfalls getan haben. Er war ein guter Schwimmer. Doch er hat bis zum Ende seine Pflicht getan.” Der Kapitän wurde inzwischen beigesetzt. Die russischen Behörden ermitteln auch gegen die Besatzungen von zwei Schiffen, die sich zum Zeitpunkt des Unglücks in der Nähe befanden. Die 79 Überlebenden waren von der Besatzung eines dritten Schiffes gerettet worden.