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Murdoch gibt politischem Druck nach

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Murdoch gibt politischem Druck nach

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Der Abhörskandal um News of the World hat weitere Konsequenzen. Medienriese Rupert Murdoch zog sein Angebot für den britischen Sender BSkyB zurück. Murdoch, der bereits 39 Prozent besitzt, wollte sich ursprünglich die Mehrheiten sichern.

Auch der konservative Premierminister David Cameron steht unter Beschuss. Er hatte einen News of the World-Journalisten zu seinem Medienchef gemacht. Ja, er habe einen Redakteur der Regenbogenpresse eingestellt. Andy Coulson hätte Cameron zuvor versichert, dass dieser nichts mit dem Abhörskandal oder kriminellen Machenschaften zu tun habe. Falls Coulson gelogen habe, dann werde er juristisch belangt werden. Aber auch hier solle zunächst die Unschuldsvermutung gelten, forderte Cameron. Er kündigte zugleich eine genaue Untersuchung der Abhörpraktiken bei News of the World an.

Das geht Oppositionschef Ed Miliband jedoch nicht weit genug. Er forderte Cameron auf, alle Beweise auf den Tisch zu legen. Zu erklären, warum den Warnungen nicht nachgegangen worden sei. Und vor allem solle sich Cameron für seine falsche Einschätzung entschuldigen, Andy Coulson zum Kommunikationschef gemacht zu haben.

Zugleich forderte der Premierminister, dass in den Skandal verwickelte Journalisten nicht weiter in den Medien als Führungspersonen arbeiten dürften -wie James Murdoch und die frühere News of the World-Chefredakteurin Rebekah Brooks, die beide leitende Funktionen bei News International haben.

Konsequenzen könnte der Skandal auch in den USA haben. Dort besitzt Murdoch das Wall Street Journal, die New York Post und den Fernsehsender Fox News. Ein Senator forderte eine Untersuchung, ob Murdoch-Journalisten amerikanische Gesetze gebrochen haben.