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Unsichtbar werden ganz ohne Zauberei

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Unsichtbar werden ganz ohne Zauberei

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Die jüngste Wissenschafts-Ausstellung der britischen Royal Society erwies sich als Besuchermagnet: In den 5 Tagen, in denen sie in London geöffnet war, zog sie rund 10 000 Besucher an.

Dabei gab es nagelneue und teils bahnbrechende Forschungsergebnisse aus den Laboren des Vereinigten Königreichs zu sehen – beziehungsweise es gab sie eben nicht zu sehen. Denn so unglaublich das klingt: Wissenschaftler haben tatsächlich einen Schritt in Richtung Unsichtbarkeit gemacht.

Ulf Leonhardt, Physik-Professor an der University of St. Andrews erklärt:

“Unsichtbarkeit ist eine optische Täuschung. Man erzeugt etwas, was nicht da ist, beziehungsweise man lässt etwas verschwinden, was da ist. Es funktioniert durch die Brechung von Licht. Hier sind ein paar Beispiele, wie das im Prinzip funktioniert.”

Licht kann man etwa mittels eines Lasers umlenken. Und das führt dann zu erstaunlichen Effekten. In einem vorgestellten Experiment werden Zuckerwürfel in einem Aquarium versenkt. Ein Laser ist auf das Wasser gerichtet. Die Würfel verteilen sich im Wasser, sind aber nicht zu sehen, weil der Laser das Licht am Zucker vorbeilenkt. Außerhalb des Wassers sind die Würfel dann wieder zu sehen.

In einer eigens errichteten Kuppel konnten die Besucher riesenhaft vergrößertes Plankton betrachten, das auf einer runden Leinwand an ihnen vorbeiströmt. Plankton-Experten sind der Meinung, uns seien die kleinen Kreaturen nicht wichtig genug, obwohl sie uns zum Beispiel so viel über den Klimawandel sagen.

Die Forscher haben nämlich herausgefunden, dass die Menge und Verteilung von Plankton davon abhängt, wie warm die Meeresoberfläche ist. Plankton braucht Sonnenlicht zum Wachstum. Und die Wasseroberfläche ist mit der Atmosphäre in Kontakt und erwärmt sich parallel zu ihr.

Dr. Richard Kirby, Molekularbiologe an der Plymouth University sagt: “Die meisten Lebwesen sind Kaltblüter. Wenn wir die Temperatur unserer Umgebung ändern wollen, dann können wir Kleider anziehen, die Klimaanlage anschalten, wir können unsere eigene Temperatur regulieren, wir sind Warmblüter. Aber Plankton und Insketen und Schmetterlinge und solche Tiere sind Kaltblüter, sie leben also dort, wo sie eine geeignete Umgebung vorfinden.”

Für Menschen, die nur eine eingeschränkte Sicht haben, sich aber keine Operation unterziehen können, haben Wissenschaftler eine Idee: die Bionische Brille. Sie nutzt eine ausgefeilte Computertechnik, die im groben erkennt, was sich vor dem Brillenträger befindet und es für ihn dann vereinfacht abbildet.

Dr. Stephen Hicks von der University of Oxford: “An den Rändern der Brille sind zwei kleine Kameras, die eine Person oder einen Gegenstand in der Nähe erkennen. Wenn das passiert, stellt die Brille das Bild auf einem kleinen eingebauten LED-Bildschirm dar. Das ganze ist also eine vereinfachte Lichtquelle, die für Menschen mit sehr eingeschränkter Sehfähigkeit ausreicht.”

Die Forscher testen das Produkt zur Zeit. Sie hoffen, die Brille im Frühjahr 2014 auf den Markt bringen zu können.

Ebenfalls auf der Ausstellung zu sehen: ein sogenannter laparoskopischer Simulator, ein Operationsgerät der minimalinvasiven Chirurgie. Der Apparat dient zur Ausbildung von Chirurgen, sie können etwa üben, wie man mit den Stäben Blutgefäße abklemmt. Das Gerät wird vor allem in der Traumatologie, also bei Verletzungen eingesetzt und hilft dabei, zum Beispiel inneres Verbluten zu verhindern.

Und schließlich ging es um die drängende Frage, wo wir künftig unsere Energie herbekommen. Diese drei Generatoren werden durch das Reiben einer Metallplatte betrieben, mittels Tretrad und durch ein Glockenspiel. Die Energie der Reibungshitze, Bewegung, Vibrationen wird eingefangen. Im Alltag geht genau diese Art der Energie meist verloren. Ob die Stromerzeugung allerdings künftig per Glockenspiel und Tretrad abläuft, darf man aber anzweifeln.