Eilmeldung

Eilmeldung

Afghanistan: Immer mehr zivile Opfer

Sie lesen gerade:

Afghanistan: Immer mehr zivile Opfer

Schriftgrösse Aa Aa

Immer mehr Zivilisten fallen dem Konflikt zwischen Aufständischen und Sicherheitskräften in Afghanistan zum Opfer: Bei Anschlägen und Militäreinsätzen starben fast 1.500 Zivilisten, wie die zuständige UN-Mission in ihrem Halbjahresbericht meldet – 15 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2010. Und das vergangene Jahr war bis dahin das tödlichste.

80 Prozent der Todesfälle gingen laut UNO auf das Konto von Aufständischen, für 14 Prozent seien die ISAF und einheimische Truppen verantwortlich, der Rest ließ sich nicht zuweisen. Die Sicherheitslage verschlechtert sich gerade jetzt, da die ausländischen Streitkräfte die Verantwortung schrittweise den Afghanen übergeben. Die UN-Mission vermutet hinter der steigenden Gewalt regierungsfeindliche Gruppen, die zeigen wollten, dass die afghanischen Sicherheitskräfte das Land nicht befrieden können.

Die jüngsten Vorfälle für die makabre Statistik ereigneten sich just an diesem Donnerstag: In Ostafghanistan kamen bei einem ISAF-Einsatz sechs Afghanen ums Leben – laut den örtlichen Behörden Zivilbevölkerung, nach Darstellung der ISAF Aufständische. Ein Anschlag beim Gottesdienst für den ermordeten Bruder des Präsidenten kostete in Kandahar im Süden mehrere Menschen das Leben.