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Britische Klatschpresse wird zum Ladenhüter

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Britische Klatschpresse wird zum Ladenhüter

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Das Ansehen der Londoner Regenbogenpresse hat in den vergangenen Wochen sehr gelitten. Nur noch wenige Menschen greifen zu Boulevardzeitungen. Die meisten Zeitungskäufer wollen die umstrittenen Arbeitsweisen wie bei News of the World nicht mit ihrem Geld unterstützen.

Wie es soweit kommen konnte, darüber macht sich der ein oder andere Zeitungsleser keine Illusionen.

“Klatschzeitungen existieren nur, um unseren Promi-Hunger zu stillen. Wir Briten lieben sowas,” meint ein Londoner Passant. “Deswegen gibt es doch erst diesen Teufelskreis. Die gehen so vor, weil die Briten das lesen wollen und sie akzeptieren, dass sowas passiert.”

Zum Beispiel, dass News of the World auch Informationen über korrupte Polizisten bekommen haben soll. Oder dass Journalisten Bankdaten ausspioniert haben könnten… So mancher spricht auf eine Ausnahmeerscheinung: “Ich hoffe, dass andere Redakteure und Zeitungen fairer vorgehen und niemanden anzapfen wie bei News of the World geschehen. Meiner Meinung nach ist News of the World ein – hoffentlich – trauriger Einzelfall.”


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Eine Londonerin meint, “der Journalismus hat sich in den letzten Jahren dramatisch verändert. News of the World ist nur EIN Beispiel für diesen Wandel. Ich denke, investigativer Journalismus hat nichts mit Abhören zu tun. Es geht um echte Nachrichten, es geht darum, was in der Welt passiert und warum.”

Dieser Meinung scheinen sich immer mehr Leser anzuschließen. Das Vertrauen in Journalismus – auch den seriösen – ist offenbar erschüttert in Großbritannien. Das haben auch die Zeitungsverkäufer feststellen müssen. “Von der Sun verkaufen wir mittlerweile nur noch die Hälfte im Vergleich zu früher. Das alles hatte also große Auswirkungen, die wir schon zu spüren bekommen haben. Das macht einen großen Unterschied für uns aus. Die Verkaufszahlen der Times sind auch heruntergegangen.”