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Rotstift bei Italiens Krankenhäusern

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Rotstift bei Italiens Krankenhäusern

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Italien muss sparen. Große Opfer wird wahrscheinlich sein Gesundheitssystem bringen müssen. Dem Sparpaket zu Folge sollen Arztbesuche und Behandlungen in der Notaufnahme teurer werden. Angesichts der Pläne befürchten Ärzte den Kollaps des italienischen Gesundheitssystems.

Andrea Filippi, Arzt in der Klinik in Viterbo, zieht Bilanz: “Die Krankenhäuser und das Gesundheitssystem insgesamt werden besonders hart getroffen. Am fatalsten wird sich in den italienischen Krankenhäusern der Einstellungsstopp auswirken. Denn dadurch können wir niemanden ersetzen, der in Rente geht.”

Das Sparpaket sieht neben den Einstellungsstopps auch vor, Gehälter einzufrieren. Zudem soll ein Privatisierungsplan auf die Beine gestellt werden. Die Eigenbeteiligung bei Behandlungen wird wohl steigen. Dass die Sparmaßnahmen vor allem bei Alten und Kranken greifen, will vielen Italienern nicht einleuchten. Der Rotstift solle lieber bei den Parlamentariern angesetzt und die Renten statt dessen bei jenen erhöht werden, die Praxisgebühren zahlen, meint Rentnerin Maria. “Für die Armen ist es schlecht, aber für die Reichen…”, sagt Giovanna, Resignation macht sich breit.

Unter dem Druck von Märkten und EU hatte das Wirtschaftsministerium die Sparmaßnahmen nochmals verschärft.