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Chile: Gerettete Kumpel wollen Schmerzensgeld

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Chile: Gerettete Kumpel wollen Schmerzensgeld

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Die neun Wochen lang verschütteten chilenischen Bergleute wollen mehr als nur eine Frührente: fast alle fordern vom Staat Schadensersatz wegen mangelnder Sicherheit. Der chilenische Staat wird der Fahrlässigkeit angeklagt und soll an jeden Kumpel 380 000 Euro zahlen.

Vor fast einem Jahr war im Norden Chiles die Gold- und Kupfermine San José zum Teil eingestürzt, 33 Bergarbeiter harrten bis zu ihrer dramatischen Rettung 69 Tage lang in rund 700 Metern Tiefe aus.

Luis Urzua, Vorarbeiter:

“Wir haben immer über diese Klage gesprochen, vom ersten Tag an, als der Berg uns gefangen hat. Da geht es um mögliches Verschulden der Minenbehörde SERNAGEOMIN, um die Nachlässigkeit der Besitzer der Mine – das ist der wahre Grund für diese Klage, wir sind nicht gegen die Regierung oder die Menschen, die uns gerettet haben. “

Omar Reygada, Bergmann:

“Wir wollen mit der Klage einen Präzedenzfall schaffen, damit es nicht wieder geschieht, nie wieder in Chile, was da passiert ist am 5. August.”

Viele Kumpel hätten seit dem Unfall Schwierigkeiten, ihr Leben wieder in den Griff zu kriegen, so ihr Vorarbeiter Luis Urzua. Chiles Präsident Sebastián Piñera will bis Anfang entscheiden, ob die ältesten und am schwersten erkrankten Bergleute vorzeitig Rente bekommen.