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Operation "Übergang" in Afghanistan diskret begonnen

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Operation "Übergang" in Afghanistan diskret begonnen

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Betont unspektakulär hat in Afghanistan die Übergabe der Verantwortung für die Sicherheit des Landes begonnen. In der zentralen Provinz Bamiyan übernahm die Afghanische Polizei die Führung von den dort stationierten neuseeländischen Truppen. Einige Kabinettsmitglieder waren aus Kabul zu einer bescheidenen Zeremonie angereist, keine Live-Übertragung, nur ein paar Medienvertreter.

Der Sprecher des Verteidigungsministeriums Zahir Azimi:

“Der Prozess des Übergangs ist unumkehrbar. Die Afghanen haben beschlossen, die Nation selbst zu sichern, egal wie viele Opfer das kostet.”

Nach einem Nato-Beschluss soll der Kampfeinsatz am Hindukusch bis 2014 beendet und die Sicherheitsverantwortung für das Land bis dahin schrittweise an die Afghanen übergeben werden.

Die US-Armee hat die ersten 650 Soldaten ausgeflogen, Einsatzkräfte in der Provinz Parwan nordwestlich von Kabul. Andere bilden einheimische Rekruten aus.

US-Offizier Packer:

“Die größte Herausforderung ist – sie kommen aus allen Teilen Afghanistans, aus allen Stämmen, sprechen verschiedene Sprachen, haben unterschiedliche Kulturen.”

Schaffen diese Männer, was die meisten Afghanen aus eigenem Erleben nach gut 30 Jahren Kriegszustand gar nicht kennen? Frieden und Sicherheit? Selbst bei der Polizei hat mancher Selbstzweifel.

Oberstleutnant Shadi Khan, Chef der Bundespolizei im Distrikt Nad Ali:

“Ich denke, wir haben nicht genug Leute hier im Moment. Vom nächsten Jahr an, wenn unsere Belegschaft aufgestockt wird, an lokalen und landesweiten Polizeikräften, dann brauchen wir die ISAF in unserem Distrikt Nad Ali nicht mehr. Genug Waffen, genug Personal.”

Insgesamt stehen in Afghanistan noch mehr als 140 000 ausländische Soldaten unter dem Kommando der Internationalen Schutztruppe Isaf, darunter rund 5000 der Bundeswehr. Auch Deutschland will in diesem Jahr mit dem Abzug beginnen. Auf einen Termin legte sich die Bundesregierung bislang nicht fest.