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Quadriga-Eklat: Putin verzichtet auf Retourkutsche

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Quadriga-Eklat: Putin verzichtet auf Retourkutsche

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Die Quadriga auf dem Brandenburger Tor in Berlin ist ein Symbol. Urspünglich als Friedensbringerin konzipiert, steht sie neuerdings für einen diplomatischen Eklat.

Die Vergabe des nach ihr benannten Quadriga-Preises wird in diesem Jahr ausgesetzt. Der Grund: Der vorgesehene Preisträger, Russlands Ministerpräsident Wladimir Putin hat eine Rücktrittswelle im Vergabegremium des jungen Preises ausgelöst, frühere Preisträger drohten mit Rückgabe.

Putin sollte „für seine Verdienste für die Verlässlichkeit und Stabilität der deutsch-russischen Beziehungen“ ausgezeichnet werden.

Kritiker werfen ihm mangelnde Beachtung der Menschenrechte vor.

Der Quadriga-Preis würdigt seit 2003 den Einsatz für europäische Werte wie Aufklärung, Engagement und Gemeinwohl.

In Russland versucht man, die Querelen zu verstehen.

Alexey, Moskau:

“Es wurde die Meinung geäußert, Putin verdiene als Vertreter Russlands den Preis nicht, weil es in Russland eine Menge Probleme gibt. Für mich ist das nicht stichhaltig. In anderen Ländern gibt es auch Probleme, auch in Deutschland und den USA.”

Elvira Leonidowna, Moskau:

“Für so einen Preis ist es noch zu früh. In unserem Land herrscht doch überall Gesetzlosigkeit.”

Man verstehe die Absage zwar nicht, hieß es von Seiten der russischen Regierung. Sie werde die Atmosphäre der deutsch-russischen Beziehungen aber nicht belasten. Anfang dieser Woche treffen sich die deutsche Kanzlerin Angela Merkel und Russlands Präsident Dmitri Medwedew mit großen Delegationen in Hannover.

Für den Berliner Volksmund war die Quadriga noch nie ein Friedenssymbol. Seit sie Napoleon vor gut 200 Jahren nach Paris mitnahm, wo sie General Blücher ein paar Jahre später zurück erbeutete, heißt der Pferdewagen – “Retourkutsche.”