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Von Litauen gesuchter Kriegsverbrecher in Wien nicht festgehalten

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Von Litauen gesuchter Kriegsverbrecher in Wien nicht festgehalten

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Österreichische Behörden haben einen russischen Staatsbürger laufen lassen, der in Litauen als Kriegsverbrecher gesucht wird. Er war zuvor am Wiener Flughafen festgenommen worden. Der litauische Haftbefehl gegen den Ex-KGB-Agenten Mikhail G. sei „zu vage“ gewesen, um ihn weiter festzuhalten, hieß es im Außenministerium.

Andrius Nevera, stellvertretender Generalstaatsanwalt in Litauen:

“Die Generalstaatsanwaltschaft sieht in der Freilassung durch die österreichischen Behörden eine erhebliche Verletzung rechtlicher Normen der EU und des Internationalen Rechts.”

Der 62-jährigen Russe – inzwischen wohl aus Wien Richtung Russland abgeflogen – soll in den letzten Tagen der Sowjet-Herrschaft in Litauen vor zwei Jahrzehnten als Kommandant der Spezialeinheit Alpha den Angriff auf den von Regimegegnern besetzten Fernsehturm in Vilnius geleitet haben.

Dabei wurden 14 Menschen getötet und 700 verletzt. G. ist in Litauen wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit angeklagt.

Litauens Außenminister Audronius Azubalis ist empört. Er hat Österreichs Botschafter in Vilnius einbestellt und will ihm eine Protestnote überreichen.