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EU verpflichtet Mitgliedsstaaten zu Endlager-Lösung für Atommüll

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EU verpflichtet Mitgliedsstaaten zu Endlager-Lösung für Atommüll

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Die Frage nach einer sicheren Endlagerung für verbrauchte Brennelemente ist bekanntlich die Achillesferse der Kernenergie. Jetzt macht die EU genau dort Druck, zumal auf die Mitgliedsstaaten, die Atomstrom produzieren. Bis spätestens 2015 müssen sie einen Plan zur Endlagerung vorlegen.

Allerdings ist unter gewissen Bedingungen auch der Export in Nicht-EU-Länder erlaubt, sehr zum Ärger von Umweltschützern.

Mark Breddy vom Brüsseler Greenpeace Büro:

“Das Problem ist vor allem, dass die Länder, die den Abfall produzieren, damit nicht umgehen und es auf andere abschieben. Sie schicken es einfach nach Russland.”

Vor allem in Deutschland ist der Transport von Atommüll Gegenstand hartnäckiger Proteste. Allerdings sieht man im potentiellen Bestimmungsland Russland die Sache nicht nur von der ökologischen Seite.

Vladimir Chizhov, russischer EU-Botschafter gegenüber euronews:

“Nuklearer Abfall ist nicht nur eine Umweltbedrohung, sondern auch eine profitables Geschäft. Der Umgang damit ist sehr wichtig und eine delikate Angelegenheit, die stets ausreichend geregelt und überwacht gehört.”

In der EU produzieren 14 Mitgliedsstaaten in ihren 140 Kernkraftwerken jährlich rund 7000 Kubikmeter hochradioaktiven Abfälle, die bisher überwiegend in Zwischenlager gebracht werden. Weltweit gibt es noch kein als sicher geltendes Endlager für hochradioaktiven Abfall.

Frankreich, Schweden und Finnland wollen zwischen 2020 und 2030 Endlager in Betrieb nehmen.