Eilmeldung

Eilmeldung

Murdoch - der Königsmacher

Sie lesen gerade:

Murdoch - der Königsmacher

Schriftgrösse Aa Aa

Wo immer Medien-Mogul Rupert Murdoch in diesen Tagen erscheint – wütende Bürger erwarten ihn schon und schreien ihm seine Schande ins Gesicht.

Da helfen auch keine öffentlichen Entschuldigungen. Der mächtigste Mann der Medienbranche ist nach einem Skandal zuviel ein Getriebener.

Rupert Murdoch baute in Großbritannien nicht nur ein Medienimperium auf – er nutzte seine Medienmacht auch gezielt, um Einfluß auf die Politik zu nehmen. Murdoch – der Königsmacher.

Oder konkreter formuliert: Der Mann, mit dessen Hilfe Parteien an die Macht kommen oder die Macht verlieren konnten. Weshalb sich Konservative ebenso wie Linke mit ihm arrangierten.

Für Patrick Wintour vom links-liberalen “Guardian” war Murdoch einer, der rechtzeitig auf den sich abzeichnenden nächsten Wahlsieger setzte und den unterstützte. Wintour sagt: “ Das zeigte er in aller Öffentlichkeit beim Labour-Parteitag, als die “Sun” Gordon Browns Fall verkündete und das Umschwenken zu David Cameron, wobei auf arrogante Weise Macht gezeigt wurde.”

Murdoch, der 37 % des britischen Zeitungsmarktes kontrollierte, wurde prompt als erster Boß aus der Medienbranche vom neuen Premier gleich nach Amtsantritt in Downingstreet empfangen.

In 15 Monaten Amtszeit hat Premierminister Cameron 27 mal Murdoch oder dessen Spitzenleute getroffen. Er holte sich sogar mit Andy Coulson einen Regierungssprecher ins Haus, der den Chefredakteursposten von “News of the world” wegen zu offensichtlich unsauberer Methoden verloren hatte.

Der “Guardian”-Journalist erwartet: “ Das größte Problem für Premier Cameron wird darin bestehen, zu erklären, warum er gegen den Rat vieler Leute diesen Mann eingestellt hat. Und zwar nicht nur als Kommunikations-Direktor der konservativen Partei – sondern warum er ihn auch gleich nach dem Wahlsieg zum Regierungssprecher gemacht hat.”


View Rupert Murdoch's empire in a larger map

Seinen Arbeitsplatz nahe beim Regierungschef hat Coulson schon im Januar verlassen müssen. Bleibt die delikate Frage, ob am Ende auch noch der Premierminister in dieser Affäre Schaden nimmt.