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Tod des Enthüllungsreporters: "Makaberer Zufall"

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Tod des Enthüllungsreporters: "Makaberer Zufall"

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Der Enthüllungsreporter, der die Murdoch-Abhöraffäre ins Rollen brachte, Sean Hoare, ist tot. Er hatte über seine Arbeit beim Murdoch-Imperium gesagt: “Alle Mittel waren recht, um an eine Story zu kommen.” Auf die Frage, ob Druck auf ihn persönlich ausgeübt worden sei, meinte Hoare: “Aber ja, das war ja System bei News International.”

Der schwer Suchtkranke war am Montag von seiner Putzfrau in seiner Wohnung in Watford in der Nähe von London aufgefunden worden.

Ben Chu von der Zeitung “The Independent” glaubt nicht an ein Verbrechen: “Der Zeitpunkt seines Todes ist zwar auffällig. Immerhin war er derjenige, der sagte, dass das Abhören von Telefonen bei News International an der Tagesordnung war. Das war in direktem Widerspruch zu dem, was News International damals sagte. Der Zeitpunkt seines Todes hat etwas dramatisches. Aber das soll nicht heißen, dass etwas faul ist. Ich habe mit niemandem gesprochen, der das glaubt. Es war einfach ein makabrer Zufall.”

Sean Hoare hatte seinen einstigen Freund und Kollegen Andy Coulson beschuldigt, er habe als Chefredakteur von “News of the World” seine Mitarbeiter bewusst animiert, Telefone abzuhören.