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Goran Hadzic: Massaker, Folter und Gewalt in Vukovar

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Goran Hadzic: Massaker, Folter und Gewalt in Vukovar

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“Schlächter von Vukovar”: So wurde Goran Hadzic in Kroatien genannt und diese Bezeichnung kam nicht von ungefähr: Bei der Schlacht um Vukovar im November 1991 soll der heute 52-jährige ein Massaker in einem Krankenhaus angeordnet haben. Mehr als 200 kroatische und andere nicht-serbische Flüchtlinge, die in der Klinik Schutz gesucht hatten, wurden von serbischen Truppen gefoltert und getötet.

Vukovar im Osten Kroatiens war im Balkankrieg heftig umkämpft. Bei der so genannten “Schlacht um Vukovar” wurde die Stadt fast völlig zerstört. Die Vorsitzende des Vereins “Mütter von Vukovar”, Manda Patko, ist über Hadzics Festnahme erleichtert. “Ich bin sehr froh, dass er in Haft ist”, meint sie. “Ich weiß nicht, wo er aufgespürt wurde, aber das werden wir bald erfahren. Er soll alles sagen, was er weiß, und wir wären sehr glücklich, wenn er verraten würde, wo sich die Gräber unserer Liebsten befinden.” Auch Kriegsveteran Ivan Lukic hofft auf späte Gerechtigkeit: “Wir sagen hier, dass wir den Lebenden Respekt und den Toten die Wahrheit schulden. Und diese Wahrheit können wir ihnen geben, wenn alle jene, die sich in Serbien verstecken, vor Gericht kommen.”

Nach der Schlacht war von Vukovar nicht mehr viel übrig. Nur langsam hat sich die Stadt von der Zerstörung erholt, viele Einwohner sind bis heute nicht zurückgekehrt. Hadzic hatte rund 20.000 Kroaten aus Vukovar zwangsumsiedeln lassen. Und noch heute trennen tiefe Gräben die serbische und die kroatische Bevölkerung in der geschundenen Stadt.