Eilmeldung

Eilmeldung

Goran Hadzic, der "Schlächter von Vukovar" ist gefasst

Sie lesen gerade:

Goran Hadzic, der "Schlächter von Vukovar" ist gefasst

Schriftgrösse Aa Aa

Eine lange Jagd ist zu Ende: Goran Hadzic, der letzte vom UN-Tribunal gesuchte mutmaßliche Kriegsverbrecher, wurde nördlich von Belgrad gefasst, in einem Wald bei Krusedol, jenem Ort, wo er unter falscher Identität gelebt hatte. Geldmangel wurde ihm zum Verhängnis: Der Versuch, ein gestohlenes Gemälde des italienischen Expressionisten Amedeo Modigliani zu verkaufen, brachte die Ermittler auf seine Spur.

Hadzic, auch “Schlächter von Vukovar” genannt, werden Verbrechen wie Gefangennahmen, Folter, Morde an Zivilisten, Vertreibungen und Deportationen zur Last gelegt. In Vukovar herrscht nach seiner Festnahme Erleichterung. “Natürlich sind wir froh, dass er gefasst wurde”, meint Ante Micic – wenn er auch durchaus politische Motive vermutet: “Ich denke, das ist ein politischer Schachzug, denn Serbien will schließlich in die EU.” Bei der Krankenschwester Mara Peljkovic überwiegt die Freude: “Es war höchste Zeit, dass man ihn festgenommen hat. Jetzt muss er sich vor Gericht für seine Taten verantworten.”

1991 soll Hadzic in einem Krankenhaus in Vukovar ein Massaker angeordnet haben. Mehr als 200 Kroaten und andere nicht-serbische Flüchtlinge wurden gefoltert und ermordet. Der einstige Lagerarbeiter wurde 1992 zum Präsidenten der selbsternannten serbischen Republik Krajina in Kroatien gewählt. Zehntausende Kroaten wurden unter seiner Herrschaft deportiert oder ermordet. Hadzic muss sich nun vor dem UN-Tribunal in Den Haag verantworten, zusammen mit Radovan Karadzic und Ratko Mladic, die ebenfalls wegen Völkermords vor Gericht stehen.