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Irland attackiert Vatikan: "Kindesmissbrauch wurde vertuscht"

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Irland attackiert Vatikan: "Kindesmissbrauch wurde vertuscht"

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Irland geht wegen des Kindesmissbrauchs an katholischen Einrichtungen auf Konfrontationskurs mit dem Vatikan. Hintergrund ist eine neue Untersuchung, die sich mit Missbrauchsfällen im Bistum Cloyne befasst. Bei einer Sondersitzung des Parlaments sagte Premierminister Enda Kenny, der Vatikan habe Missbrauchsfälle vertuscht, und er wollte Untersuchungen behindern. Kenny weiter:

“Der Cloyne Report zeigt deutlich, wie abgehoben und elitär die Kultur im Vatikan heutzutage ist. Die Vergewaltigungen und Folterungen von Kindern wurden heruntergespielt. Es ging nur darum, die Vormacht der Institution aufrechtzuerhalten, ihre Macht, ihr Ansehen und ihren Ruf.”

Laut dem Report hat der Vatikan unter anderem den damaligen Bischof von Cloyne, John Magee, abgewiesen, der Polizei nicht alle Missbrauchsfälle zu melden.

Der Erzbischof von Dublin schloss sich jetzt Kennys Kritik an. Im irischen Fernsehen sagte Diarmuid Martin: “Ich bin beschämt darüber, was ich sehe. Ich schäme mich dafür, was den Opfern und anderen in der Kirche angetan wurde.” Im Vatikan und in Irland gebe es Gruppen, die sich weigerten, das, was passiert sei, zu verstehen, so Martin weiter, er sei verärgert, enttäuscht und genervt.

Die Attacken von der Grünen Insel gelten Beobachtern als ein Wendepunkt im Verhältnis des katholischen Irlands mit dem Vatikan.