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Keine Entschuldigung, kein Rücktritt: Cameron will "Durcheinander in Ordnung bringen"

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Keine Entschuldigung, kein Rücktritt: Cameron will "Durcheinander in Ordnung bringen"

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Ein Rücktritt nach dem Abhörskandal kommt für den britischen Premierminister nicht in Frage: Es sei seine Aufgabe, dieses Durcheinander in Ordnung zu bringen, erklärte David Cameron bei der stundenlangen Sondersitzung des Unterhauses an diesem Mittwoch, für die er eigens eine Afrika-Reise verkürzt hatte.

Cameron rechnet mit einer Ausweitung des Skandals: Illegale Praktiken argwöhnt er nicht nur beim Murdoch-Konzern, deshalb werde der geplante richterliche Untersuchungsausschuss auch andere Medien überprüfen.

Oppostionsführer Ed Milliband forderte bei der Debatte von Cameron eine Entschuldigung dafür, dass er den einstigen Chefredakteur des Skandalblattes “News of the World”, Andy Coulson, zum Kommunikationschef seiner Regierung gemacht hatte. Coulson will von den Abhörpraktiken nichts gewusst haben. Nur falls sich herausstelle, dass Coulson lüge, werde er sich entschuldigen, so Cameron – nach heutigem Kenntnisstand hätte er ihn allerdings nicht eingestellt.

Die Kritiker halten Cameron seine Nähe zu Spitzenleuten des Murdoch-Konzerns vor: In nur 15 Monaten Amtszeit traf er sich mindestens 27 Mal mit ihnen, sogar an seinem Geburtstag und zu Weihnachten.