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Spaniens "Empörte" kämpfen gegen Zwangsräumungen

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Spaniens "Empörte" kämpfen gegen Zwangsräumungen

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Diesmal hat der Protest nicht geholfen: Wie schon so oft in den vergangenen Wochen haben Anhänger der Bewegung “Die Empörten” versucht, eine Zwangsräumung in Madrid zu verhindern. Ein ungewöhnlich großes Polizeiaufgebot stand ihnen gegenüber. Räumungsopfer war eine 53-Jährige mit zwei Kindern, eins arbeitslos, eins behindert, die ihre Kreditraten für die Wohnung nicht mehr zahlen konnte.

“Schaut nicht zu, macht mit”, skandierten die “Empörten”.

“Es ist doch unmenschlich, Leute wie diese auf die Straße zu setzen, mit Schulden fürs Leben und ohne Alternative, ohne andere Wohnlösung.”

Sie fragen sich, warum die Zwangsräumung bei dem Leerstand in Spanien so dringend nötig war, und hoffen, dass die Gläubigerbank der Schuldnerin die Wohnung stattdessen zu einer günstigen Miete anbietet.

Etliche Zwangsräumungen konnten die Demonstranten in jüngster Zeit verhindern.

Sie werde rausgeschmissen, aber sie gehe erhobenen Hauptes – sie sei nicht zahlungsunwillig, sondern einfach arm, ruft die aus ihrer Wohnung Vertriebene auf der Straße.

Während des Immobilienbooms in Spanien kauften viele auf Kredit. Heute in der Krise, bei Rekordarbeitslosigkeit, können sie die Raten nicht mehr zahlen. Die Protestbewegung kämpft für eine Gesetzänderung, damit künftig Schuldner ihre Wohnung an die Bank zurückgeben können, um die Schulden los zu werden. Bislang müssen sie weiter die Raten zahlen – auch wenn sie auf der Straße sitzen.

Die Regierung hat Anfang Juli entsprechende Pläne zur Änderung der Regeln für Immobilienkredite angekündigt.