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Zweiten Rettungspaket für Griechenland in Zahlen

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Zweiten Rettungspaket für Griechenland in Zahlen

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Nein, ungestraft kommen die Griechen nicht davon.

Auch nicht, wenn ihre Euro-Partner noch einmal tief in die Tasche greifen. Nachdem die erste Rettungsspritze von 110 Milliarden Euro nicht gereicht hatte, bringen die Partner nun eine Art “kontrollierten teilweisen Zahlungsausfall” ins Spiel, der den Druck der Finanzmärkte vermindern soll. Im zweiten Rettungspaket werden 109 Milliarden Euro stecken. Dazu kommt eine Zinssenkung. Statt 4 % braucht Griechenland nur 3,5 % Zinsen zu zahlen und bekommt außerdem sein Rückzahlfrist von 7,5 Jahren auf 30 Jahre gestreckt.

Kommentar von EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso: “Wir haben ein glaubwürdiges Paket gebraucht und bekommen. Es bedient sowohl die Sorgen der Märkte wie der Bürger und auch der Staaten der Euro-Zone.”

Bereits im März hatten die 17 Euro-Staaten über ihren “Stabilisierungsfonds” beraten, mit dem sie sich Spekulanten vom Hals halten wollen. Der ist nun beschlossene Sache, ausgestattet mit 440 Milliarden Euro. Mit diesem Geld können jetzt griechische Schuldverschreibungen zurückgekauft und griechische Banken stabilisiert werden.

EZB-Chef Jean-Claude Trichet, oberster Hüter des Euro, sagt klar, dass neben den Staaten auch private Geldgeber mithelfen, letztere freiwillig.

Gegen diese private Beteiligung hatte sich vor allem Frankreich gewehrt, weil französische Banken besonders viele faule griechische Kredite im Depot haben. Zunächst werden private Banken und Versicherungen bis 2014 um die 50 Milliarden Euro beisteuern. Bis 2019 soll ihr Anteil dann auf 106 Milliarden Euro steigen.

Der griechische Regierungschef Papandreou spricht von einem “langfristig gangbaren Weg” für sein Land, von einem “tragfähigen Schuldenmanagement”. Damit würden dem griechischen Volk die Lasten erleichtert.

Recht überschwenglich ist auch von einem “Marshall-Plan” für Griechenland die Rede. Dafür sollen 15 Milliarden Euro aus dem EU-Entwicklungsfonds bereistehen, damit künftig dortige Strukturprojekte von der EU zu 85% ko-finanziert werden statt bisher mit 73%.

All diese Maßnahmen zusammen sollen die griechische Schuldenlast um 26 Milliarden Euro verringern, damit die Griechen bald Licht sehen am Ende des Tunnels.