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Auf den Tag genau vor 55 Jahren: SOS auf der Andrea Doria

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Auf den Tag genau vor 55 Jahren: SOS auf der Andrea Doria

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Am 25. Juli 1956 stößt der italienische Luxusliner “Andrea Doria” auf dem Weg von Genua nach New York im dichten Nebel kurz vor der Einfahrt in den Hafen mit dem schwedischen Passagierschiff “Stockholm” zusammen. Die “Andrea Doria” ist damals der Augapfel der Italiener, die nach dem Zweiten Weltkrieg ihren Seefahrerstolz wiedergewinnen wollen, es ist das größte, schnellste und luxuriöseste Schiff der italienischen Flotte – benannt nach dem italienischen Admiral Andrea Doria (1466-1560).
Der Kapitän der 51. und letzten Reise der “Andrea Doria” ist der 58jährige Piero Calamai, er sieht das entgegenkommende Schiff zwar auf seiner modernen Radaranlage. Dennoch schätzen sowohl er als auch der 26jährige driite Offizier der “Stockholm” die Lage falsch ein. Die Ausweichmanöver in letzter Minute misslingen, gegen 23 Uhr 10 kollidieren die riesige “Andrea Doria” und die “Stockholm”.
Die 1.134 Passagier an Bord des italienischen Kreuzfahrtsschiffes schlafen zum Teil in ihren Kabinen, andere tanzen noch in einem der zahlreichen Salons des schwimmenden Luxushotels, das 572 Besatzungsmitglieder hat. Mindestens zehn Menschen werden direkt durch den Aufprall des schwedischen Schiffes, deren für Fahrten durch das Eismeer verstärkte Bug ein riesiges Loch in die “Andrea Doria” reißt, zerquetscht. Wasser dringt in das italienische Kreuzfahrtsschiff ein, die “Andrea Doria” bekommt Schlagseite. Und nach dem SOS des Kapitäns beginnt eine der größten Rettungsaktionen der zivilen Schifffahrt.
An Bord der “Stockholm” sterben drei Besatzungsmitglieder, die sich im Bug aufhalten – auf der “Andrea Doria”, die als das damals sicherste Schiff überhaupt gilt, werden 46 Menschen getötet und hunderte verletzt. Einige Passagier springen in Panik ins Wasser. Wegen der schweren Schlagseite des Schiffes können viele Rettungsboote der “Andrea Doria” nicht zur Evakuierung eingesetzt werden. Die trotz der Kollision stabile “Stockholm” nimmt 500 Passagiere der “Andrea Doria” auf. Kapitän Piero Calamai ist bereit, mit seinem Schiff unterzugehen, doch schließlich verläßt er die “Andrea Doria” weinend mit dem letzten Rettungsboot. Am nächsten Morgen versinkt der Luxusliner, der noch heute in etwa 70m Tiefe vor dem Hafen von New York auf Grund liegt.

Auch an einem 25. Juli: Der Franzose Louis Blériot überquert als erster den Ärmelkanal in einem Flugzeug (1909), in der Türkei wird das Andenken an Staatsgründer Kemal Atatürk unter gesetzlichen Schutz gestellt (1951), in Celle täuscht der Verfassungsschutz den Gefängnisausbruch eines RAF-Häftlings vor (1978), Beginn der Festspiele von Bayreuth (seit 1991)

Am 25. Juli geboren: Schriftsteller Elias Canetti (1905-1994), Politiker Jürgen Trittin (1954), Fußballspieler Karlheinz Förster (1958), Schauspieler Matt LeBlanc (1967), “erstes Retortenbaby” Louise Brown (1978), Rennfahrer Nelson Piquet junior (1985)