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Dürre am Horn von Afrika - nicht überraschend!

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Dürre am Horn von Afrika - nicht überraschend!

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Die kleine Habibo ist ein Jahr alt und wiegt keine 6 Kilo. Dazu ist das Augenlicht des kleinen Mädchens durch Vitamin-A-Mangel schon so geschädigt, dass das Kind zu erblinden droht. Viel zu spät haben Mutter und Kind nach einem langen Fußmarsch aus Somalia das rettende Flüchtlingslager in Kenia erreicht. Das Camp Dadaab wurde für 90.000 Menschen geplant – und beherbergt heute 400.000.

Hunderttausende sind bereits vor Bürgerkrieg und Hunger geflohen und täglich werden es mehr.

Dabei dürfen die sich glücklich schätzen, deren Kraft bis hierher reicht.

Sie sei allein mit dem kranken Kind aufgebrochen, berichtet Mutter Marwo Maalin. Der Vater sei in Somalia geblieben. So bleibe ihr nichts als beten, dass Kind und Mann überleben mögen, alles liege jetzt in Gottes Hand.

Aber der hat es wieder einmal nicht rechtzeitig regnen lassen am Horn von Afrika. Wissenschaftler sprechen von einem Klima-Phänomen, bei dem Westwinde über dem Indischen Ozean die Feuchtigkeit aus Westafrika wegblasen.

Und Tidhar Wald von der Hilfsorganisation OXFAM spricht von einer sich ständig verschlimmernden Lage, wenn die internationale Gemeinschaft nicht sofort helfe. In Somalia stürben bereits jeden Tag hundert Kinder – und es könnten noch mehr werden.

Mogadischu, Hauptstadt des “gescheiterten Staates” Somalia. Nach 20 Jahren Bürgerkrieg gibt es weder Verwaltungs- noch Infrastruktur.

Die Menschen hier überleben nur mit Hilfslieferungen, in diesem Fall vom “Welternährungs-Programm”.

Dessen Direktorin Josette Sheeran verweist auf jene

zwei Millionen Menschen, die überhaupt keine Hilfe erreicht. Es müsse dringend Nahrung in die bislang unzugänglichen Gebiete im Süden Somalias gebracht werden. Vor allem an die dort immer schwächer werdenden Menschen denke sie jetzt.

Aber dort herrschen die islamistischen Milizen, die einen Gottesstaat errichten wollen und schon seit zwei Jahren keine ausländische Hilfe mehr zu den Bedürftigen durchlassen. Dabei müssten dort auch Mensch und Vieh geimpft werden, damit die geschwächten Körper nicht noch Opfer von Krankheiten werden, die sofort auabrechen, wenn denn im September der sehnsüchtig erwartete Regen kommt.