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Norwegen trauert: "Es schmerzt furchtbar"

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Norwegen trauert: "Es schmerzt furchtbar"

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Nach den verheerenden Anschlägen in Norwegen kämpfen die Überlebenden mit ihren körperlichen und seelischen Verletzungen. Ingvild Stensrud wurde auf der Insel Utøya von dem Attentäter angeschossen. Sie erinnert sich:

“Nach einer sehr heftigen Salve hat er einzelne Schüsse abgefeuert und dann nach Bewegungen gesucht, nach Leuten, die noch am Leben waren. Ich lag praktisch komplett unter einem Mädchen, ein Schuss hatte mich im Bein getroffen. Ich lag völlig still und wartete darauf, dass es vorbei ist. Ich hörte, wie er nachlud. Das war der schrecklichste Moment meines Lebens, zu hören, wie er die Munition wechselt.”

In einem anderen Krankenbett: Tarjei Jensen Bech. Er fiel beim Versuch, sich auf der Insel vor dem Mörder zu verstecken, 15 Meter in die Tiefe. Er sagt:

“Das war die reine Hölle auf der Insel. Wie der schlimmste Horrofilm, nur, dass man mittendrin ist.”

Vor einem Krankenhaus in Hønefoss: Roald Lineker. Gerade hat er die Leiche seines Sohns gesehen, der bei dem Massaker auf Utøya ums Leben kam. Lineker: “Es schmerzt furchtbar, mein Junge ist tot. Ich dachte nicht, dass das passiert, ich habe ja noch mit ihm telefoniert, als die Schießerei auf Utoya begann. Und ich wollte später nochmal mit ihm sprechen. Das letzte, was ich von ihm hörte war: Papa, da schießt jemand, ich muss weg…”

Wie überall im Land haben Menschen auch an der Insel Utøya Blumen niedergelegt und Kerzen aufgestellt, im Gedenken an die vielen Todesopfer des Terrors.