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Kosovo: Verletzte bei Konflikt um Grenzposten

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Kosovo: Verletzte bei Konflikt um Grenzposten

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Bei der Besetzung eines Grenzpostens zwischen dem Kosovo und Serbien durch eine Sondereinheit der kosovarischen Polizei ist ein Beamter angeschossen worden. Er wurde mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht, die Ärzte bezeichneten seinen Zustand als kritisch.

Die EU hat Kritik an der Vorgangsweise des Kosovo geübt. Dies sei der Beziehung zu Serbien nicht förderlich gewesen, erklärte die Sprecherin der EU-Kommission Maja Kocijancic: “Wir glauben, dass zur Beilegung dieses Konflikts der Dialog der einzig richtige Weg ist. Wir sind der Meinung, dass im Dialog zwischen Belgrad und Pristina eine angemessene Lösung gefunden wird, so dass der freie Handel in beiden Richtungen wieder aufgenommen werden kann.”

Kosovarische Sonderpolizisten hatten in der Nacht von Montag auf Dienstag zwei Grenzübergänge im Norden des Kosovo besetzt, die zuvor von Serbien kontrolliert worden waren. Die Regierung in Pristina wollte so die Kontrolle über den Norden des Landes erhalten, der mehrheitlich von Serben bewohnt wird. Einige hundert Angehörige der serbischen Minderheit blockierten aus Protest gegen die Besetzung der Grenzposten zwei Transitstraßen und unterbrachen so den Verkehr von und nach Serbien. Inzwischen gab das Kosovo nach, die Polizisten zogen wieder ab. Wer künftig die beiden Grenzübergänge kontrollieren wird, ist unklar – sowohl Pristina als auch Belgrad erheben Anspruch darauf.

In dem Konflikt geht es um Kosovo-Zollstempel, die Serbien nicht anerkennen will, wodurch keine Waren vom Kosovo nach Serbien gelangen können. Pristina hatte daraufhin ein Importverbot für serbische Waren verhängt, das an den meisten Grenzübergängen auch durchgesetzt wurde. Nur an den beiden fraglichen Übergängen lief der Handel weiterhin wie zuvor. Wegen des Streits liegen derzeit auch die von der EU vermittelten Verhandlungen zwischen Serbien und dem Kosovo auf Eis.