Eilmeldung

Eilmeldung

Zeugen berichten von zweitem Schützen auf Utoya

Sie lesen gerade:

Zeugen berichten von zweitem Schützen auf Utoya

Schriftgrösse Aa Aa

Nach und nach werden immer mehr Details über die Schreckenstaten von Anders Breivik bekannt – vor allem über das, was sich auf der Insel Utoya abspielte. Breivik prüfte während seines Amoklaufs immer wieder, ob seine Opfer auch wirklich tot waren, er machte sich auf die Suche nach Jugendlichen, die sich in den Büschen und hinter Felsen versteckt hatten, und schoss auch auf jene, die versuchten, dem Inferno schwimmend zu entkommen.

Johannes Dalen Giske hatte den als Polizisten verkleideten Attentäter auf die Insel übergesetzt – und er ist überzeugt, dass es mindestens einen Mittäter gab. “Jemand hat ihn mit dem Auto zur Fähre nach Utoya gebracht”, erzählt er. “Denn er hatte einen großen Koffer bei sich, einen sehr schweren Koffer. Ich erinnere mich, dass einige dachten, der Koffer enthalte Geräte zur Entschärfung von Bomben.”

Stine Brandvik konnte trotz ihrer eigenen Panik noch einen fünfjährigen Jungen retten. Die Erinnerung an diesen Tag ist für sie nach wie vor schrecklich: “Er hat den Raum betreten und uns angesehen, dann hat er das Gewehr geladen. Er war so eiskalt. Ich wusste, wir haben drei, vier Sekunden um zu fliehen. Ich hatte keine Wahl, und ich habe diesen Jungen mit mir gezogen. Als ich rannte, flogen mehrere Geschosse an meinem Kopf vorbei.”

Mehrere Zeugen hatten auch von einem zweiten Schützen berichtet, einem dunkelhaarigen Mann, der mit einer Pistole und einem Gewehr bewaffnet gewesen sei. Die Polizei geht den Hinweisen nach, konnte bislang jedoch keine Spur von dem zweiten Mann finden.