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Norwegen ringt um neue Normalität

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Norwegen ringt um neue Normalität

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Es war ein Fehlalarm. Der zum Teil geräumte Bahnhof der norwegischen Hauptstadt Oslo ist wieder freigegeben – ein verdächtiger Koffer hatte sich als harmlos erwiesen.

Viele Norweger fühlen sich nicht sicher – fünf Tage nach den Anschlägen mit 76 Toten. Soviel man bisher weiß, handelte der geständige Attentäter Anders Breivik zwar allein – Geheimdienstchefin

Janne Kristiansen bezeichnete ihn als “einsamen Wolf”. Die Polizei fahndete jedoch nach einem möglichen Nachahmungstäter, der vor kurzem aus dem Gefängnis entlassen worden war.

Nach Gewerkschaftsangaben sollen 2,6 Millionen Euro in Sicherheitsmaßnahmen investiert und 100 neue Stellen bei der Polizei geschaffen werden.

“Es wird eine Zeit kommen, um alle Erfahrungen im Zusammenhang mit den Anschlägen und beim Einsatz in Utøya und der Innenstadt von Oslo zu bewerten,” so Ministerpräsident Jens Stoltenberg.

“Dazu gehören natürlich auch Fragen wie “hatte die Polizei die richtige Ausrüstung, wie hat sie reagiert und so weiter.”

Im Moment hätten aber Angehörige der Opfer und Verletzte Vorrang.

Breivik will die Anschläge mindestens neun Jahre lang vorbereitet haben. Ist das möglich, wenn jemand geistesgestört ist, wie sein Anwalt meint? Zwei Rechtspsychiater haben mehrere Monate Zeit, um das herauszufinden.

Auf Breiviks Bauernhof 160 Kilometer nördlich von Oslo wurde Sprengstoff gefunden und zur Explosion gebracht.

Nach dem Massaker auf der norwegischen Insel Utøya wird nach Medienangaben noch ein Opfer vermisst, 30 Menschen seien schwer verletzt.

Wenige Stunden zuvor hatte Breivik in Oslo vermutlich acht Menschen mit einer Autobombe umgebracht.

su