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Europa und die Gefahr von rechts

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Europa und die Gefahr von rechts

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Die Doppelanschläge in Norwegen werfen Fragen nach möglichen rechtsextremen Übergriffen in Europa auf. In Süddeutschland stellte die Polizei bei einer Razzia Waffen, Munition, Computer und Propagandamaterial sicher. Seit März waren die 18 Verdächtigen bereits im Visier der Fahnder. Das Ziel ihrer Bewegung “Standarte Württemberg”: Ausländer aus Deutschland zu vertreiben. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart untersucht nun, ob es sich bei ihr um eine kriminelle Vereinigung handelt.

Denn die Anschläge von Oslo zeigen, dass die Bedrohung von rechts und ihre islamfeindlichen Gruppierungen weit zahlreicher sind, als befürchtet. Das Internet dient ihnen zum Informationsaustausch. Wie beim Beispiel von Anders Behring Breivik, der sich in seinem online-Manifest auf einen britischen rechtsextremen Blogger “Richard Löwenherz” bezieht – möglicherweise Paul Ray. Doch dieser will trotz ähnlichen Gedankenguts und ähnlicher Feindbilder keine Verbindungen zum Attentäter gehabt haben.

Ray ist um Distanz bemüht, wenn er sagt: “Wenn ein Rechtsextremer Taten wie diese plant, über sie spricht oder sie begeht, dann ist es gut, wenn die Behörden ihn festnehmen. Wenn Menschen so was planen, dann muss die Polizei handeln.”

Wie Breivik auch hat Ray Verbindungen zu einem Templerorden. Er lebt auf Malta. Der rechtsextreme Blogger floh aus Großbritannien, nachdem ihn die britische Polizei wegen Anstachelung zu Rassenhass festnehmen wollte.