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Somaliland ist ausgebrannt

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Somaliland ist ausgebrannt

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Mehr als 1000 Neue kommen jeden Tag – dabei drängen sich schon 400.000 Menschen sich in den überfüllten Hütten, die für weniger als ein Viertel ausgelegt sind. Das Flüchtlingslager in Dadaab, Kenia, das größte der Welt, sei ein logistischer Alptraum, sagen die Helfer. Und fühlen sich von den kenianischen Behörden behindert.

Für die Flüchtlinge aus dem zerfallenen Staat Somalia ist die rote, trockene Erde hier das gelobte Land.

Abdi Hassan:

“Da wo ich herkomme, gibt es niemanden mehr. Da herrschen schwerer Hunger, Trockenheit und Konflikte. Unsere Tiere sind alle tot und wir haben dort nichts mehr.”

Ali Ibrahim:

“Das ist die härteste Reise, die ich jemals erlebt habe. Ich war 17 Tage unterwegs mit meinen 12 Kindern – Gottseidank haben wir es geschafft. Und ein Zelt habe ich auch noch ergattert.”

Viele Kenianer verweisen auf mehr als 4,5 Millionen Dürreopfer im eigenen Land – Behörden blockieren oft weitere Hilfseinrichtungen und wollen, dass den somalischen Dürreopfern zuhause geholfen wird.

Sie haben offenbar Angst, dass die bewaffneten Konflikte über die grenze schwappen, indem sich etwa Extremisten der somalischen Schabab-Milizen unter die Flüchtlinge mischen und nach Kenia einsickern.

Mehr als zwei Millionen Hungernde seien in den somalischen Konfliktregionen überhaupt nicht zu erreichen, schätzen Helfer vom Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen. Mehr als 750.000 Menschen seien bereits aus Somalia geflohen.

Das Lager Dadaab wurde schon vor 20 Jahren für die ersten Bürgerkriegsflüchtlinge aus Somalia gegründet, viele Bewohner leben seit Jahren hier.