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Utoya-Überlebender: "Der Attentäter war ganz ruhig"

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Utoya-Überlebender: "Der Attentäter war ganz ruhig"

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Die Überlebenden der Angriffe von Utoya müssen nun mit den schrecklichen Erinnerungen fertigwerden. Nach dem ersten Schock kommt nun für die meisten die Trauer – und der Versuch, die Geschehnisse auf der Insel zu verstehen. Viele haben Freunde verloren, so auch der junge Nikolas Dale Skjerpning. Er musste mitansehen, wie der Attentäter zwei seiner Freunde tötete. “Wir haben Menschen gesehen, die erschossen worden waren”, erzählt er, “aber auf den ersten Blick sahen sie gar nicht tot aus, ich dachte zuerst, sie würden sich verstecken, denn ihre Augen standen offen und da war kein Blut, aber wenn man näher hinsah, erkannte man, dass sie tot waren.”

Die Polizei hat die Suche nach Vermissten auf Utoya inzwischen beendet. 68 Menschen hatte Anders Breivik auf der Insel erschossen. Nikolas Dale Skjerpning erinnert sich an den Attentäter: “Er war so ruhig, er ging einfach herum, er lief nicht und er schrie auch nicht. Er hat unser Vertrauen missbraucht und so viele Menschen getötet…”

In Norwegen wird inzwischen Kritik an den Medien laut: Mehrere Jugendliche wurden schon kurz nach dem Angriff befragt – und viele von ihnen bereuen inzwischen, dass sie sich zu den Interviews überreden ließen.