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Polen räumt Mitschuld am Flugzeugabsturz in Smolensk ein

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Polen hat eine Mitschuld an dem Flugzeugabsturz im russischen Smolensk eingeräumt, bei dem unter anderem der damalige polnische Präsident Lech Kaczynski ums Leben kam. Es habe sowohl auf russischer als auch auf polnischer Seite zahlreiche Fehler gegeben, heißt es in dem Untersuchungsbericht, den die zuständige Regierungskommission jetzt vorlegte. Polens Innenminister Jerzy Miller leitete die Kommission, er sagte:

“Die russische Flugkontrolle und die polnische Besatzung haben nicht wirklich zusammengearbeitet. Die Fluglotsen haben sogar zu den Piloten gesagt: ‘Ihr seid auf dem richtigen Kurs’. Sie haben die Besatzung falsch angeleitet und die Piloten nahmen nicht an, dass sie irgendeinen Fehler machten.”

Das Flugzeug, eine Tupolew TU-154, war am 10. April vergangenen Jahres beim Landeversuch in Smolensk zerschellt. 96 Menschen kamen ums Leben. Am Smolensker Flughafen, so steht es im polnischen Bericht, seien die Signallichter fehlerhaft eingestellt gewesen oder hätten nicht richtig funktioniert. Andererseits seien die Polen schlecht vorbereitet auf die Reise gegangen, die Piloten hätten Ruhezeiten nicht eingehalten und Trainingsflüge nicht absolviert.

Als Konsequenz aus der Untersuchung ist jetzt Polens Verteidigungsminister Bogdan Klich zurückgetreten. Das Militär war für den Flug zuständig. Die Opposition hatte den Rücktritt Klichs gefordert.