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Todesflug Rio-Paris: "Keiner hat die Gefahr erfasst"

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Todesflug Rio-Paris: "Keiner hat die Gefahr erfasst"

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Wie es passiert ist, weiß man jetzt ungefähr. Wer verantwortlich ist, immer noch nicht.
Zwei Jahre nach dem Absturz des Air France-Airbusses Rio-Paris AF 447 mit 228 Toten hat die französische Flugunfall-Untersuchungsbehörde BEA  den dritten Zwischenbericht vorgelegt. Ihr Fazit: Es war ein verhängnisvoller Mix – Geschwindigkeits-Sonden vereist, Autopilot ausgestiegen, Piloten überfordert.
 
 
Robert Soulas, Sprecher der Opfer-Organisation:
 
“Es ist völlig unfair, die Piloten zum Sündenbock zu machen, wenn wir nicht wissen, womit sie konfrontiert waren, wenn wir nicht wissen, wie die Situation im Cockpit in den letzten Minuten war.”
 
 
3 Minuten und 30 Sekunden dauerte der Absturz.
Und so rekonstruiert die BEA das Geschehen, nachdem vor knapp drei Monaten Flugdatenschreiber und Stimmenrekorder geborgen werden konnten: Nachdem die – möglicherweise zum Teil vereisten – Geschwindigkeitsmesser inkompatible Werte meldeten, schaltete sich der Autopilot ab. Fatale Flugfehler werden damit nicht mehr automatisch verhindert.
 
Die Maschine sackte ab, der Kopilot am Steuer zog sie hoch; ein offenkundiger Kunstfehler, den auch der Pilot – er war aus seiner Schlafpause herbeigestürzt – nicht mehr rechtzeitig beheben konnte. Die Ermittler: Keiner der Piloten habe die Situation erfasst – den Strömungsabriss an den Tragflächen. Sie seien für eine solche Situation offensichtlich nicht geschult gewesen.
 
Das Flugzeug prallte mit Tempo 200 auf das Wasser – keiner überlebte.
 
Der Abschlußbericht soll in knapp einem Jahr fertig sein.