Eilmeldung

Eilmeldung

Türkei: Machtkampf zwischen Regierung und Armee

Sie lesen gerade:

Türkei: Machtkampf zwischen Regierung und Armee

Schriftgrösse Aa Aa

Nach dem Rücktritt der gesamten türkischen Militärführung bemüht sich die Regierung in Ankara um eine Schlichtung des Konflikts.

Es ist das Ende einer fast hundert Jahre dauernden Militärdominanz. Gestärkt daraus hervor geht Ministerpräsident Erdogan. Seine Position ist fester denn je.

Präsident Gül sagte, alles laufe “normal”.

Abdullah Gül, Türkischer Präsident:

“Man sollte das in keinster Weise als Krise oder Problem sehen. Zweifellos war das, was gestern geschah etwas Besonderes. Auch der Umfang. Aber alles geht geordnet auf seinem Weg weiter. Alles läuft wie immer.”

Nach einem Streit mit der Regierung war am Freitag die gesamte türkische Militärführung zurückgetreten. Es ist der vorläufige Höhepunkt eines Machtkampfes zwischen der einst einflussreichen Armee und Ministerpräsident Erdogan.

42 Generäle sind derzeit hinter Gittern, ihnen werden Putschpläne gegen die islamisch-konservative Regierung vorgeworfen.

Nach einem Treffen von Regierungschef Erdogan und Präsident Gül mit dem Chef der Militärpolizei Özel wurde dieser am Freitag zum kommissarischen Generalstabschef der Armee ernannt.

Journalisten halten das für eine gute Entscheidung.

Emre Uslu, Türkischer Journalist:

“Wie wird wohl nach diesem Vorfall die Beziehung zwischen Militär und Regierung werden? Ich denke, sie werden eine relativ normale, ruhige Beziehung führen. In der Vergangenheit – als andere Militärchefs politische Reden hielten – unterstrich er stets “Bisher haben wir alles im Rahmen der Gesetze getan, und jetzt wird es das Gleiche sein.´ Klar gibt es jetzt auch große Spannungen in der Armee. Diese Spannungen sollten schnell unter Kontrolle gebracht werden und ich denke Özel wird das schaffen.”

Die Rolle der türkischen Armee ist auch für Europa von Bedeutung. Das Nato-Mitglied Türkei spielt eine wichtige Rolle im westlichen Sicherheitskonzept. Einen Putsch des Militär hätten Nato und USA nicht akzeptiert.