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Chinesischer Billy auf dem Prüfstand

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Chinesischer Billy auf dem Prüfstand

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Was wie ein Ikea-Regal aussieht, muss nicht unbedingt “made in Sweden” sein. Das Möbelhaus “11 Furniture” in Südwestchina hat mächtig bei seinem schwedischen Konkurrenten abgekupfert: Von den blauen Einkaufsbeuteln bis zu den Bleistiften. Auch die einzelnen Abteilungen sehen aus wie ein Déjà-vu.

Einziger Unterschied: Statt schwedischer Fleischklöpse kommt hier Bami-Goreng auf den Restaurant-Teller.

Paul French von der Consulting-Firma Access Asia ist an chinesische Gleichmacherei gewöhnt. Er erklärt: “Jeder ausländische Markenartikel, der nach China importiert wurde, wurde schon gefakt. Wie wir bei Ikea und Apple sehen, handelt es sich um ‘lookie-likies’ – also Doppelgänger, nicht um Fälschungen. Wer in einem Laden, der wie ein Apple-Store aussieht, echte Apple-Computer verkauft, verkauft keine Fälschungen. Das gibt es schon seit etwa 25 Jahren.”

Zwar sind ausländische Markenartikel auch in China geschützt. Nur mit der Umsetzung hapert es oft, wie der Westen bemängelt. Untersuchen müssen die Behörden, inwieweit das dreiste Kopieren das intellektuelle Eigentum verletzt. Zwei von fünf look-alike Apple-Stores mussten unterdessen schließen.