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Aufstieg und Fall des Husni Mubarak


Ägypten

Aufstieg und Fall des Husni Mubarak

Januar 2011. Aufruhr in Tunesien. Der Selbstmord eines jungen Mannes war zum Funken geworden, aus dem der Zorn der vielen die Flammen des Aufruhrs schlagen ließ. Es dauerte nur zwei Wochen – und der mehr als zwei Jahrzehnte herrschende Präsident Ben Ali floh außer Landes.

In Ägypten war gerade gewählt worden – und die Vorwürfe des Wahlbetrugs wollten nicht verstummen. Die Ägypter merkten, wie ihr Langszeitherrscher Husni Mubarak seinen Sohn als Nachfolger aufzubauen begann.

Im lauter wurden die Stimmen jener Ägypter, die keine Mubarak-Dynastie wollten sondern eine echte Demokratie. Drei Wochen Dauerprotest reichten – und der eben noch so unantastbar mächtig erscheinende Präsident verkündete am 10. Februar:

“Gott schütze Ägypten als ein sicheres Land und liebe seine Menschen. Friede sei mit euch.”

So endete seine mehr als 30jährige Herrschaft.

Das Volk tanzte und jubelte, feierte auf dem inzwischen weltweit zum Symbol des Aufstandes gewordenen Tahrir-Platz in Kairo seinen Sieg.

Aber wie geht man um mit einen Ex-Präsidenten ?

Der Professor der Rechtswissenschaften Ramadan Batikh betont: “Wir stellen einen ehemaligen Präsidenten vor Gericht, den Präsidenten des größten arabischen Landen. Das geschieht zum ersten Mal in der arabischen Welt, dass ein ehemaliges Staatsoberhaupt sich vor seinen Richtern verantworten muss.”

Husni Mubaraks Aufstieg begann mit einem verlorenen Krieg. 1973, nach dem Jom-Kippur-Krieg wurde er zum Generalleutnant befördert, zwei Jahre später wurde er Vizepräsident und 1979 von Präsident Sadat zu Friedensgesprächen nach Israel geschickt. Nach dem Mord an Sadat nahm

Mubarak 1981 dessen Platz ein und führte dessen Nahost-Friedenspolitik fort. 1989 erreicht er, dass Ägypten von der arabischen Liga wieder als Vollmitglied aufgenommen wurde. Als Faktor der Stabilität im instabilen Nahen Osten wird Präsident Mubarak zum geschätzten Gesprächspartner aller amerikanischen Präsidenten – von Carter bis Obama. Da spielte es keine Rolle, dass er als Staatsoberhaupt sein Land im Ausnahmezustand regierte, den er immer wieder verlängern liess.

Vor Gericht wird nun auch von Bereicherung auf Kosten des Volkes die Rede sein.

Mubaraks Privatvermögen, das der Sohn aus einfachen Verhältnissen in 30 Jahren Präsidentschaft angehäuft hat, wird auf 40 Milliarden Dollar geschätzt.

Jede Geschichte kann aus vielen Perspektiven erzählt werden. euronews Journalisten berichten in ihren Sprachen, mit ihrer Sicht der Dinge.

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