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Mubarak: "Nicht schuldig" - Prozess vertagt

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Mubarak: "Nicht schuldig" - Prozess vertagt

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In Ägypten ist der Prozess gegen den früheren Präsidenten Husni Mubarak wenige Stunden nach Beginn auf den 15. August vertagt worden. Die Anklage wirft ihm Korruption, Amtsmissbrauch und Gewalt gegen Regierungsgegner vor. Von einer Krankentrage aus bezeichnete sich der Angeklagte als “nicht schuldig”.

Der Ex-Präsident war aus einem Krankenhaus im Ferienort Scharm el Scheich am Roten Meer eingeflogen worden.

Auch seine beiden Söhne Alaa und Gamal, der frühere Innenminister Habib el Adli und sechs ranghohe Polizeioffiziere stehen unter Anklage.

Vor der Polizeiakademie, wo die Verhandlung stattfand, hatten sich mehrere hundert Gegner und Anhänger Mubaraks eingefunden. Bei Schlägereien wurden mindestens 61 Menschen verletzt. Tausende Polizisten sicherten das Areal.

Der bisher unnahbare “Pharao” Mubarak als kranker, schwacher Mann hinter Gittern – für Millionen Ägypter waren das Szenen, für die vor einem halben Jahr die Phantasie nicht ausgereicht hätte. In Einkaufszentren, vor Geschäften oder zu Hause klebten sie an den Bildschirmen.

Ahmed Assaed:

“Ich bin sehr froh, eines der Hauptziele der Revolution ist damit erreicht, gegen die Korrupten und gegen Mubarak – er ist für mich das größte Symbol der Korruption.”

Mubarak war am 11. Februar unter dem Druck landesweiter Massenproteste nach fast 30 Jahren abgetreten. Er zog sich in eine Klinik im Badeort Scharm el Scheich zurück, wo er formell unter Haft gestellt wurde. Seine Söhne mussten auf den Prozessbeginn als Untersuchungshäftlinge im Tora-Gefängnis bei Kairo warten.

Nach dem Verhandlungstag wurde Mubarak in ein Militärkrankenhaus in Kairo gebracht.