Eilmeldung

Eilmeldung

Ahmadinedschad bestreitet Unterdrückung der Opposition

Sie lesen gerade:

Ahmadinedschad bestreitet Unterdrückung der Opposition

Schriftgrösse Aa Aa

Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat Kritik an der Unterdrückung der Opposition in seinem Land zurückgewiesen. In einem live ausgestrahlten Interview mit Euronews zeigte sich der ultrakonservative Politiker zuversichtlich, dass die Revolte in den arabischen Ländern nicht auch auf den Iran übergreifen werde. Zu dem Prozess in Kairo gegen den früheren Präsidenten Ägyptens Hosni Mubarak sagte Ahmadinedschad, er bedaure das schlechte Verhältnis mancher politischer Führer zu ihrem Volk und ein solches Ende: “Ich bin enttäuscht darüber, dass zwischen manchen Regierungen und ihren Völkern eine so große Kluft entsteht, dass die Menschen in ihren Freiheitsbestrebungen die Bestrafung ihrer Führer fordern.”

“Jedes Volk hat, wie Sie, Herr Präsident, sagen, das Recht, seine Regierung anzufechten, wie wir das vor zwei Jahren hier im Iran gesehen haben. Könnte, was zur Zeit im Nahen Osten zu beobachten ist, auch im Iran passieren? Oder sind Sie zuversichtlich, dass alles stabil ist”, war eine weitere Frage. “Was im Iran geschehen ist”, sagte der 54-jährige, vom Westen isolierte Politiker, “hat keine Ähnlichkeit mit dem, was in bestimmten Ländern geschieht. Im Iran hat eine völlig freie Wahl stattgefunden. Doch Häuser und Autos zu beschädigen, ist in allen Ländern verboten. Polizei und Justiz ahnden das.”

Eine weitere Frage betraf die beiden verhafteten Oppositionspolitiker Hossein Mussawi und Mahdi Karubi: “Sind die unter Hausarrest gestellten Mussawi und Karubi frei? Haben sie die Freiheit, ihre oppositionelle Haltung auszudrücken? Denn es ist klar, dass sie sich zu Ihnen, Herr Präsident, in Opposition befinden. Können die beiden dieser Opposition auch in der Gefängniszelle oder unter Hausarrest Ausdruck verleihen?” Ahmadinedschad entgegnete, die beiden hätten Probleme mit der Justiz. “Die Justiz handelt im Iran unabhängig”, fügte er hinzu. “Ich habe nicht das Recht, in Justizangelegenheiten einzugreifen. Für die Beziehungen zwischen den Menschen und der Justiz gibt es Regeln.”