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Frattini fordert von NATO Erklärung zu Bootsflüchtlingsdrama

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Frattini fordert von NATO Erklärung zu Bootsflüchtlingsdrama

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Dutzende Tote hätten sie über Bord werfen müssen, berichten die Überlebenden des jüngsten Flüchtlingsdramas vor der Insel Lampedusa. Und ein NATO-Schiff soll nur wenige Meilen entfernt an dem manövrierunfähigen Boot aus Libyen vorbeigefahren sein, obwohl die italienischen Behörden um Hilfe baten. Italiens Außenminister Franco Frattini forderte deshalb von der NATO eine Erklärung.

Das etwa zwanzig Meter lange Schiff war vor einer Woche östlich von Tripolis Richtung Italien aufgebrochen, havarierte später und trieb tagelang auf dem Meer. Ein zypriotischer Schlepper gab schließlich nach eigenen Hilfsversuchen ein SOS-Signal ab.

Mehr als dreihundert Flüchtlinge konnten in der Nacht vom Donnerstag gerettet werden, doch etwa hundert Menschen starben ihren Leidensgenossen zufolge an Hunger, Durst und Entkräftung. Frattini forderte die NATO auf, die UN-Resolution zum Schutz der libyschen Zivilbevölkerung auch auf die Bootsflüchtlinge auszuweiten.