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Norwegen: Blogger "Fjordman" will nicht der geistige Brandstifter sein

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Norwegen: Blogger "Fjordman" will nicht der geistige Brandstifter sein

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Zwei Wochen nach dem Massaker in Norwegen hat sich ein Blogger zu Wort gemeldet, den der mutmaßliche Attentäter als geistigen Hintermann zitiert.
 
Anders Behring Breivik, der per Autobombe und Amoklauf vermutlich 77 Menschen tötete, hatte ihn in seinem sogenannten “Manifest” mehr als 100mal zitiert. 
 
“Fjordman”, bürgerlich Peder Jensen und Mitarbeiter eines Behindertenzentrums, zeigt sich entsetzt über die Ernte, die da aus seiner Saat aufgegangen sein soll. “Ich habe keine Ahnung, was bei diesem Mann falsch gelaufen ist,” schreibt er in einer Mail.
Kontaktversuche Breiviks habe er mehrfach abgewiesen, weil er ihn “langweilig gefunden habe “wie einen Staubsaugervertreter.”
 
“Fjordman” bloggte andererseits mit Vorliebe im rechtsradikalen Jargon von einem “Kulturkrieg” und “Eurabien”: “…… nur in mehrheitlich weißen, westlichen Ländern führen die Behörden einen vorsätzlichen, demografischen und kulturellen Krieg gegen die Mehrheitsbevölkerung.”
 
 
“Tolerant, jetzt erst recht” – denkt offenbar die  Mehrheit.
 
 
Marit Sandsaunet, 25, Physikstudentin aus Kristiansund:
 
“Ich denke, wir sind wärmer geworden im Umgang miteinander, man hört Geschichten über Unbekannte, die sich auf der Straße in den Arm nehmen. Ich denke, wir rücken näher zusammen.”
 
 
Glenn Menkin, 48, Personalmanager aus Oslo:
 
“Ich meine, es wird jetzt mehr nachgedacht. Die Trauer ist immer noch da, aber jetzt wird es Zeit nachzudenken, wie wir uns auf sowas vorbereiten können, wenn das überhaupt möglich ist.”
 
 
Knapp zwei Wochen nach den Anschlägen werden  noch etwa 20 Verletzte im Krankenhaus behandelt.
 
Das Blogger-Pseudonym “Fjordman” will Peder Jensen nie mehr benutzen.

S.U