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Schuldenkrise und Rezessionsängste: Aufruhr an den Börsen

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Schuldenkrise und Rezessionsängste: Aufruhr an den Börsen

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Auf und ab geht es an den Märkten: Die Angst vor einer ausufernden Euro-Schuldenkrise und einer US-Rezession sorgte am Freitag morgen an fast allen europäischen Börsen für Panikverkäufe. Am Nachmittag drehten mehrere Handelsplätze kurzzeitig ins Plus, bevor es wieder abwärts ging – und diese Schwankungen werden laut Experten anhalten.

Weltweit wurden in dieser Woche rund 1,7 Billionen Euro vernichtet; das entspricht der jährlichen Wirtschaftsleistung Frankreichs. “Dieser Absturz hat seinen Ursprung in einem Umdenken der Anleger”, erklärt der französische Analyst Francois Chaulet. “Zuvor hatten sie auf eine starke Wirtschaftserholung gesetzt, aber jetzt zeigen die wichtigsten Indikatoren, dass die Wachstumsraten langsam aber sicher zurückgehen.”

Jenseits des Atlantik herrschte zu Handelsbeginn bessere Stimmung – vor allem wegen unerwartet guter Zahlen vom US-Arbeitsmarkt. Dow Jones und Nasdaq eröffneten im Plus, drehten wenig später allerdings ins Minus. Laut dem US-Arbeitsministerium wurden im Juli 117.000 neue Jobs geschaffen, die Arbeitslosenquote ging von 9,2 auf 9,1 Prozent zurück.

Dennoch: die Ängste vor einem Ausufern der Schuldenkrise sind nicht unbegründet. In zahlreichen Staaten erreichen die Schuldenstände bedenkliche Werte, nicht nur in Spanien oder Griechenland. Deutschland weist eine Schuldenquote von 87 Prozent des Bruttoinlandsprodukts auf, in Frankreich sind es 97, in Japan gar 212 Prozent; und die harmlosen 19 Prozent in China erklären sich aus unterschiedlichen Berechnungsmethoden.

Die deutsche Wirtschaft scheint den widrigen Umständen zu trotzen – wenigstens vorerst. Denn auch hier sind die rosigen Zeiten wohl demnächst vorbei: Experten prognostizieren bereits ein baldiges Ende des Wirtschaftsbooms.