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Chile: Wunder und Fluch von Copiapo

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Chile: Wunder und Fluch von Copiapo

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Vor einem Jahr hielt das Schicksal der 33 unter Tage eingeschlossenen chilenischen Bergarbeiter die ganze Welt in Atem.

Die Kumpel gedachten ihrer Rettung bei einem Gottesdienst in ihrer Heimatstadt Copiapo in der Nähe der Unglücksmine. Auch Chiles Präsident Sebastian Pinera gab sich die Ehre. Der einst gefeierte Präsident hat derzeit mit niedrigen Popularitätswerten zu kämpfen.

Für die Bergarbeiter hat sich der Traum vom großen Glück nicht erfüllt. 15 der Männer sind arbeitslos, andere schuften wieder im Bergbau oder schlagen sich mit Gelegenheitsjobs durch.

Die Gruppe der “33” fordert jetzt Schadensersatz:

“Wir haben die staatliche Bergbau- und Geologiebehörde verklagt, damit das, was uns passiert ist, nie wieder vorkommt. Wir machen das für die nächste Generation.”

Die Kumpel leiden bis heute unter Alpträumen. Der Präsident sagte ihnen eine lebenslange Rente von rund 300 Euro zu, doch auf die Einlösung des Versprechens warten sie bisher vergeblich. “Die Bergarbeiter wurden im Stich gelassen. Nach alldem, was sie durchgemacht haben, brauchen sie mehr Unterstützung,” so ein Passant in Copiapo.

Die 33 Bergarbeiter konnten aus ihrem Ruhm kein Kapital schlagen. Hollywood will ihre Geschichte, das Wunder von Copiapo, verfilmen. Ein Vertrag wurde bereits unterzeichnet, doch Geld floss noch keines.