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Gespannte Ruhe und Telefonmarathon vorm nächsten Börsenhandelstag

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Gespannte Ruhe und Telefonmarathon vorm nächsten Börsenhandelstag

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Abwarten – und telefonieren, mehr bleibt an diesem Wochenende nicht: Gespannt wartet die Welt darauf, wie am Montag die Börsen auf die Herabstufung der Kreditwürdigkeit der USA reagieren. Nachdem sie schon eine schwarze Woche hinter sich haben, erwarten die Börsianer weitere Kursverluste.

Europas Regierungsvertreter hielten sich mit Kommentaren lieber zurück, “einfach mal die Klappe halten, sei das Motto”, hieß es in deutschen Regierungskreisen. Dafür wird telefoniert.

Frankreichs Präsident, derzeit G7- und G20-Chef, beriet sich beispielsweise mit dem britischen Premier, die Vertreter der G20 hielten in der Nacht eine Telefonkonferenz ab, und die G7 und die Europäische Zentralbank wollten dies ebenfalls tun. Japan und Südkorea erklärten, ihr Vertrauen in US-Staatsanleihen sei ungebrochen, eine abrupte Umschichtung bei ihren Währungsreserven werde es nicht geben.

US-Präsident Obama hatte nach der Herabstufung den Schuldendeal des Kongresses und seine eigene Finanzpolitik verteidigt, die Regierung warf der Ratingagentur Standard & Poor’s außerdem Rechenfehler vor. Doch S&P blieb dabei: Die angepeilten Einsparungen reichten nicht aus zur Finanzkonsolidierung.

Am Freitag hatte die Ratingagentur den Vereinigten Staaten die bis dahin geltende Bestnote entzogen. Die beiden anderen großen Ratingagenturen Moody’s und Fitch behielten die Bestnote bei. Da es aber für die Anleger nicht allzu viele sichere Alternativen gibt, rechnen die Ökonomen damit, dass auch nach der schlechten Nachricht aus den USA deren Staatsanleihen weiter gefragt sein werden.