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Massenprotest gegen Misere: Israels Kabinett verspricht Besserung

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Massenprotest gegen Misere: Israels Kabinett verspricht Besserung

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Solche Sozialproteste hat Israel noch nie erlebt. Am Samstag gingen mehr als eine Viertelmillion Israelis landesweit gegen die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich auf die Straße. Angesichts der Massendemonstrationen hat die Regierung nun einen Expertenausschuss gebildet, der Lösungen für die Missstände ausarbeiten soll.

Mit einem Zelt auf der Straße begann in Tel Aviv Mitte Juli der Protest gegen zu hohe Mieten und Lebensmittelpreise, inzwischen sind in mehreren Städten Zeltlager gewachsen.

Die Regierung machte schon erste Zugeständnisse. Bei der sonntäglichen Kabinettssitzung kündigte Ministerpräsident Netanjahu nun das Experten- und Ministerkomitee an, das einen breiten Dialog mit Vertretern der Öffentlichkeit führen werde, ihre Sorgen und Vorschläge anhören und Empfehlungen ausarbeiten, die dann im Kabinett besprochen würden.

Trotz hohen Wirtschaftswachstums und geringer Arbeitslosigkeit können sich viele Israelis kaum die Wohnung leisten. Sie klagen über Kartelle, die die Lebensmittelpreise künstlich hoch halten. Anders als in den Nachbarländern fordern sie nicht den Sturz der Regierung – sondern schlicht Abhilfe gegen das, was sie Raubtier-Kapitalismus nennen.