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London: Ausschreitungen in immer mehr Stadtvierteln

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London: Ausschreitungen in immer mehr Stadtvierteln

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Die schweren Krawalle in London weiten sich immer mehr aus. Auch in der Nacht zum Montag lieferten Jugendliche sich Straßenschlachten mit der Polizei und hinterließen ein Bild der Verwüstung. Sogar die Beamten von Scotland Yard zeigten sich schockiert über das Ausmaß der Gewalt. Mehr als 100 Randalierer wurden festgenommen.

Begonnen hatte alles am Samstag abend im Londoner Stadtteil Tottenham. Nun jedoch gab es auch in Enfield, Walthamstow und Waltham Forest schwere Ausschreitungen. Besonders schlimm war die Lage in Brixton im Süden Londons, wo mehr als 200 Jugendliche die zentrale Einkaufsstraße verwüsteten. Der Lokalpolitiker Kingsley Abrams vermutet, dass hier Trittbrettfahrer am Werk sind. “Die Jugendlichen in Brixton ahmen die Geschehnisse in anderen Stadtvierteln nach”, sagte er. “Alles hat in Tottenham angefangen und wir müssen Antworten auf die Fragen zum Tod von Mark Duggan bekommen, auf die Frage, wie er getötet wurde.”

Mark Duggan ist jener 29-jährige, der vergangene Woche unter bislang ungeklärten Umständen von einem Polizisten erschossen worden war. In Tottenham hatten zunächst seine Angehörigen und Freunde demonstriert, bis die friedliche Kundgebung eskaliert war. Duggans Familie distanzierte sich inzwischen von der Gewalt – dies sei nicht im Sinne des Opfers, hieß es.

Die Polizei erklärte die randalierenden Jugendlichen hätten sich über das Internet organisiert und seien von einem Ort zum nächsten gezogen.