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Ukraine: Gericht lehnt Antrag auf Freilassung Timoschenkos ab

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Ukraine: Gericht lehnt Antrag auf Freilassung Timoschenkos ab

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Hunderte Menschen haben sich am Montag in Kiew versammelt, um gegen den Prozess gegen die ehemalige ukrainische Regierungschefin Julia Timoschenko zu protestieren. Das Verfahren wurde unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen fortgesetzt. Einen Antrag von Timoschenkos Anwälten auf Aufhebung der Untersuchungshaft gegen die Oppositionsführerin wies das Gericht zurück.

Rund 1000 Polizisten waren im Zentrum Kiews im Einsatz. Unter den versammelten Timoschenko-Anhängern befand sich auch Alexander Timoschenko, der Ehemann der Politikerin. “Ich hoffe, die ukrainische Gerichtsbarkeit ist klug genug, die verhängten Maßnahmen aufzuheben”, sagte er, “und Julia Timoschenko wieder freizulassen.” Eine Meinung, die politische Beobachter teilen. Der Analyst Vadim Karasyov befürchtet sogar, dass eine Verurteilung Timoschenkos schwerwiegende Problemen im Land nach sich ziehen könnte: “Wenn Julia Timoschenko zu einer langen Gefängnisstrafe verurteilt wird, könnte das in der politischen Landschaft zu einer ernsthaften Krise führen.”

Am Freitag war die ehemalige Regierungschefin der Ukraine in Untersuchungshaft genommen worden. Ihr wird vorgeworfen, in ihrer Amtszeit durch ein Gasgeschäft mit Russland Hunderte Millionen Euro verspielt zu haben. Im Fall eines Schuldspruchs drohen ihr bis zu zehn Jahre Haft. Timoschenko selbst weist die Vorwürfe zurück und spricht von einer politisch motivierten “Hetzjagd”, um Gegner von Präsident Viktor Janukowitsch auszuschalten.