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Mutmaßlicher Dealer Duggan war ein guter Vater

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Mutmaßlicher Dealer Duggan war ein guter Vater

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Wer ist der Mann, dessen Tod solche Gewalt in Großbritannien auslöst?

Seine Verlobte, Simone Wilson, mit der er drei Kinder hat, – ein Kind hat er mit einer anderen Frau – sagt, er sei ein guter Vater gewesen, ein Mann, der eher vor der Polizei weggerannt wäre als zu schießen.

Britische Journalisten haben sich in Tottenham umgehört und schreiben, Mark Duggan sei ein bekannter Crack-Dealer gewesen, der nie unbewaffnet aus dem Haus ging und seine Untergebenen mit harter Hand führte. Er habe geplant, seinen kürzlich erstochenen Cousin zu rächen. Deshalb habe die Polizei versucht, ihn festzunehmen. Er habe einer jamaikanischen Gang, den Yardies, nahe gestanden.

Warum die Gewalt von Tottenham so um sich griff und sich auf so viele andere Viertel und Städte ausbreitete, – an möglichen Schuldigen herrscht kein Mangel: Soziale Netzwerke wie Facebook, Drogensucht, steigende Jugendarbeitslosigkeit. Auch die Tatsache, dass der Jugendetat eines Bezirks im Problemviertel Tottenham massiv eingestrichen wurde, wird angeführt. Die stagnierende Wirtschaft, die Sparmaßnahmen, die Führungslosigkeit der Polizei. Von Tottenham aus hat sich die Gewalt jedenfalls über ganz London ausgebreitet.

Duggans Mutter Pamela sagt, Mark sei ein lieber Junge gewesen, eine Waffe habe er nicht besessen.